Apostel Andreas vs. Apostel Petrus?

Rechtsräume und Apostolizität

Wolfram Brandes

I. Das Problem

Dass das Papsttum und sein jurisdiktioneller Anspruch letztlich auf dem Apostel Petrus basieren, der, wie man bei Matthäus lesen kann, der Fels ist, auf dem Christus seine Kirche errichten wollte (Matth. 16,18), ist eine bekannte Tatsache, auf die hier nicht eingegangen werden soll. Der in Rom zentrierte Rechtsraum der lateinischen Kirche stand schon bald, spätestens im 5. Jahrhundert,1 im Gegensatz zum sich seit dem 4. Jahrhundert konstituierenden Rechtsraum der griechischen Kirche(n) mit Antiocheia, Alexandreia, Jerusalem (ab 451) und schließlich Konstantinopel, der zweiten Hauptstadt des Römischen Reiches und ab 476 der einzigen Hauptstadt.2 Das kanonische Recht beider Bereiche entwickelte sich im Verlaufe der Jahrhunderte auseinander. Trotz gemeinsamer Grundlagen (der sieben bzw. acht ökumenischen Konzilien und deren Rechtssetzung) gab es Konflikte, die sich schließlich seit dem 11. Jahrhundert in einem bis heute andauernden Schisma niederschlugen. Ein steter Stein des Anstoßes (neben den anderen bekannten Differenzen – Azymen, Filioque usw.) war der römische Primatsanspruch,3 den man in Konstantinopel nie anerkannte und dem man etwa die sog. Pentarchietheorie entgegensetzte.4 Erst spät, wie hier gezeigt werden soll, um 800, setzte man in Konstantinopel Petrus seinen Bruder Andreas entgegen, den »Erstberufenen« (vgl. Joh. 1,35–42). Jedenfalls versuchte man dies, vermutlich nach römischem Vorbild. Wann genau und warum dies geschah, ist Gegenstand der folgenden Ausführungen.

Ein Blick auf die Homepage des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel zeigt, dass sich der Patriarch Bartholomaios, der Erzbischof von Konstantinopel, dem Neuen Rom, sich daselbst als den 270ten Nachfolger des Apostels Andreas ansieht, so dass sich die Geschichte seiner Kirche auf fast 2000 Jahre erstreckt (ein wenig älter als Rom).5 Ebenda findet man eine ausführliche Liste mit all den 269 Vorgängern nebst den genauen Regierungsjahren. Nach Andreas, so diese Liste, amtierte Stachys, der aus dem Römerbrief (16.9)6 bekannt ist und den der Apostel Andreas höchstpersönlich zum Bischof von Byzantion eingesetzt habe.

Ihm folgen Onesimos, Polykarpos (I.), Ploutarchos, Sedekion, Diogenes, Eleutherios, Felix, Polykarpos (II.), Athenodoros, Euzoios, Alypios, Pertinax, Olympianos, Markos, Philadelphos,7 Kyriakos (I.) usw. usw.8 Pertinax soll sogar römischer Konsul gewesen sein (er taucht – natürlich – in keiner der bekannten Konsulfasten auf9); als Nr. 20 wird | dann Dometios, der angeblich ein Bruder des Kaisers Probus gewesen sei, genannt;10 ihm folgt sein Sohn, der ebenfalls Probus geheißen haben soll, und dann schließlich Metrophanes, der allerdings auch noch an die kaiserliche Familie des Probus angesippt wurde.11 Dass dies reine Phantasie ist, braucht wohl nicht besonders betont zu werden.12 Diese konstruierten Verwandtschaftsverhältnisse stellen sich so dar:

N.N. ist der Vorfahr der Geschwister Kaiser Probus (276–282) und Dometios (21. Bh.)13, von Letzterem stammen die Geschwister Probos (22. Bh.) und Metrophanes (23. Bh.) 14 ab.

Alle diese Namen, bis auf Metrophanes, der z. Z. Konstantins des Großen gelebt hat und der – wenn auch nur schlecht und legendär verzerrt – historisch bezeugt ist, sind Phantasieprodukte. Diese Liste auf der patriarchalen Homepage entspricht natürlich in keiner Weise (bis Metrophanes) den bekannten historischen Tatsachen. Von einer apostolischen Sukzession, wie sie die römischen Päpste für sich reklamieren,15 kann im Falle Konstantinopels nicht die Rede sein. Dass Rom diese dennoch akzeptiert, hängt wohl mit dem Bedeutungsverlust zusammen, den die Ostkirche nach dem Fall Konstantinopels im Jahre 1453 an die Osmanen erlitt.16 Doch ist dies nicht der eigentliche Gegenstand der vorliegenden Untersuchung. Hier geht es vielmehr darum zu zeigen, wann und unter welchen historischen Bedingungen und mit welchen Zielen oder Absichten man sich in Konstantinopel ebenfalls eine Apostolizität zulegte. Dass man dabei auf den Apostel Andreas zurückgriff, den »Erstberufenen«, den πρωτόκ λητος, wie er in der Orthodoxie genannt wird, denn nach dem Johannesevangelium (1,35–42) war er es, der Christus als erster als Messias erkannte und seinen Bruder Simon Petrus zu ihm führte, ist auch eine Folge der hier behandelten sog. Andreaslegende.

II. Historische und textuelle Hintergründe

Natürlich sind es letztlich die apokryphen Andreasakten gewesen,17 wo die umfangreichen Missionsreisen des Andreas beschrieben werden und wo offenbar auch ein Byzanzaufenthalt erwähnt wurde, die am Beginn der Entstehung der Andreaslegende stehen. Dies lässt sich jedenfalls aus Gregor von Tours’ Liber de miraculis beati Andreae apostoli schließen.18 Die »sehr diskrete«19 Erwähnung von Byzantion in den apokryphen (lateinischen) Andreasakten findet allerdings keine analoge Bezeugung im griechischen Osten.20 Immerhin, man konnte am Ende des 6. Jahrhunderts (zumindest im lateinischen Westen) wissen, dass |der Apostel Andreas auch Thrakien und Byzantion auf seinen Reisen berührte – auch wenn die Quelle dieser Information als apokryph galt.21 Vielleicht bezieht sich auch eine kurze Notiz des Filastrius von Brescia († 387/397)22 darauf. Er erwähnt jedenfalls apokryphe Andreasakten manichäischer Herkunft mit einem Itinerar des Apostels de Ponto in Greciam.23 Wurde hier bereits Byzantion erwähnt?

Die aktuelle bzw. offizielle Liste des Patriarchats von Konstantinopel24 entspricht ungefähr denen, die seit dem 9. Jahrhundert in Byzanz zirkulierten, allerdings ergänzt um drei Namen, die aus späteren historiographischen Quellen stammen: Philadelphos, Eugenios und Rufin. Es ist übrigens gar nicht klar, wie schon bemerkt, ob diese Leute aus dem 3. Jahrhundert tatsächlich Bischöfe waren. Vermutlich handelte es sich um von Herakleia aus entsandte Presbyter. Man hat sie aber in diese stattliche Bischofsliste eingebaut.

Immerhin reklamiert die Ostkirche bzw. der Patriarch von Konstantinopel auf diese Weise eine apostolische Sukzession für sich, wie der Papst als Nachfolger des Petrus. In Rom verfügte man seit dem Spätmittelalter über den Kopf des Apostels – eine Reliquie allerersten Ranges. 1460, nachdem Konstantinopel an die Osmanen gefallen war, floh der despotes von Morea, Thomas Palaiologos,25 nach Italien und verkaufte im folgenden Jahr die Kopfreliquie des Apostels Andreas, die bis dahin in Patras verehrt wurde und die er auf seiner Flucht mitnahm, an Papst Pius II., was ein nicht unerhebliches Echo in der abendländischen Christenheit fand.26

Nun – die Konkurrenz zur Kirche von Konstantinopel gehörte längst der Geschichte an – hatte man in Rom kein Problem mit diesem Apostel und seiner (angeblichen) Gründung der Kirche von Byzantion mehr. Und spätestens seit dem 16. Jahrhundert hat man dies auch anerkannt, wie z. B. das Martyrologium Romanum von 1584 bezeugt.27 Im Jahre 1964 gab Rom (Papst Paulus II.) die Kopfreliquie des Andreas an Patras zurück.

Bedeutend ist die Rolle der Andreaslegende auch in den anderen orthodoxen Kirchen (besonders in den slawischen), zumal die Andreaslegende auch in die sog. Nestorchronik und in die russische Chronistik inkorporiert wurde. Die daraus entwickelte Vorstellung, Andreas habe die Grundlagen für das Christentum in der Rus’ durch seine Missionsreisen (bis Novgorod!) geschaffen, ist bis heute Bestandteil der Vorstellungen vom russischen Christentum. Hier kann darauf nicht eingegangen werden.28 Auch die Rolle des Andreas für Schottland muss außerhalb der hier angestellten Betrachtungen bleiben.

Wie kam es dazu? Die Entwicklung von Byzantion, im Jahre 324 Konstantinopel benannt und im Jahre 330 als weiterer Kaisersitz eingeweiht, hin zum zentralen Ort der Kirche des oströmischen Kaiserreiches ist oft beschrieben und behandelt worden.29 Ursprünglich war Byzantion ein Suffraganbistum von Herakleia (Metropole der Provinz Eurōpē), was man im Laufe der Jahrhunderte in Rom immer wieder betonte.30 Der Aufstieg der Kirche Konstantinopels verdankte sich allein dem Umstand, dass hier der Kaiser residierte. Dahinter verbirgt sich ein grundsätzlich unterschiedliches ekklesiologisches Verständnis im Osten und Westen.31 In Rom strapazierte man spätestens seit dem ausgehenden 3. Jahrhundert die Rolle des Apostels Petrus (nach Matth. 16.18).32 Im Osten folgte man |dem urkirchlichen Prinzip, nach dem die Kirchenstruktur sich den weltlichen administrativen Verhältnissen anzupassen habe.

Der erste historisch gesicherte Bischof von Byzantion ist Metrophanes. Aber selbst von ihm wissen wir herzlich wenig. Er amtierte, wie Friedhelm Winkelmann schon 1966 nachgewiesen hat, z. Z. des Licinius (303–324). Ob er tatsächlich Konstantin begegnete, ist mehr als unwahrscheinlich. Vermutlich aber war er der erste (wirkliche) Bischof von Konstantinopel. Erst Alexandros, sein Nachfolger, ist dann tatsächlich chronologisch fassbar (vor 325 bis ca. 330/1). Alles andere ist Erfindung, wie beispielsweise die Geschichte, dass Metrophanes zu krank gewesen sei, um am Nicaenum I im Jahre 325 teilzunehmen. Für ihn habe Alexandros, bald sein Nachfolger, das Konzil besucht. Aber auch das ist offenbar eine fromme Legende des 5. Jahrhunderts.33

Wichtige Etappen für den Aufstieg der neuen Kaiserstadt waren die Ökumenischen Konzilien von 381 (Constantinopolitanum I) und 451 (Chalcedonense). Namentlich der Kanon 3 von 381 (»Nach dem Bischof von Rom ist der Bischof von Konstantinopel der zweite. Der Bischof von Konstantinopel hat den Vorrang der Ehre nach dem Bischof von Rom, denn Konstantinopel ist das Neue Rom.«34) und insbesondere der sog. Kanon 2835 von Chalkedon (451): Hier wird zunächst Bezug auf Kanon 3 von 381 genommen. Dann heißt es: »Denn dem Stuhl des Alten Rom haben die Väter begreiflicherweise die Vorrechte zugestanden, weil jene Stadt Kaiserstadt war. Aus demselben Beweggrund haben die 150 gottgeliebten Bischöfe die gleichen Vorrechte dem heiligen Stuhl des Neuen Rom zugesprochen, wobei ihr Urteil ganz vernünftig lautete, die durch Kaiser und Senat geehrte Stadt, die die gleichen Vorrechte wie die alte Kaiserstadt Rom genießt, sei auch in kirchlicher Hinsicht wie jene mit Macht und Ansehen auszustatten, denn sie ist die zweite nach jener.«36 Die Bistümer der pontischen, asianischen und thrakischen Diözesen wurden Konstantinopel unterstellt.37 Bereits der Kanon 17 legte bezüglich neugegründeter Städte fest: »Ist durch kaiserliche Anordnung eine Stadt gegründet worden oder steht die Neugründung bevor, so folgt die Ordnung der kirchlichen Sprengel dem staatlichen und öffentlichen Modell.«38

Der Widerstand Roms gegen diese enorme Aufwertung der Kirche der Hauptstadt des (Ost-)Reiches ist bekannt und muss hier nicht erneut behandelt werden. Er zieht sich durch die Jahrhunderte.39 Bei allen Gegensätzen und differierenden Vorstellungen vom Wesen der Kirche Christi taucht der Apostel Andreas in den überlieferten Texten nicht auf. Weder im Streit um den Titel »ökumenischer Patriarch« z. Z. Gregors des Großen zu Beginn des 7. Jahrhunderts (und später)40 noch während des sog. Akakianischen Schismas, das um 500 Ost- und Westkirche entzweite,41 spielte die Apostolizität eine Rolle. In all diesen Debatten und teilweise heftig ausgetragenen Konflikten wurde auf einen apostolischen Ursprung |der Kirche der neuen Hauptstadt des Römischen Reiches im Osten niemals auch nur angespielt. Man kann sicher davon ausgehen, dass man in Konstantinopel, wäre diese Vorstellung bereits etabliert gewesen, den Apostel Andreas Petrus (und Paulus) entgegengesetzt hätte. Es ist deshalb nicht ohne Interesse, der Frage nachzugehen, wann der Apostel Andreas als Gründer der Kirche von Byzantion bzw. Konstantinopel in Anspruch genommen wurde.

Im Jahre 1958 erschien Francis Dvorniks maßgebliche Monographie »The Idea of Apostolicity in Byzantium and the Legend of the Apostle Andrew«42 – bis heute das Standardwerk zur sog. Andreaslegende. Seitdem beruft sich die Forschung auf dieses Werk und seine Ergebnisse (die gelegentlich sogar missverstanden wurden). Aber seitdem (1958) ist die Wissenschaft weitergekommen; und so erscheint es legitim zu sein, aus heutiger Sicht einige der Ergebnisse Dvorniks zu hinterfragen – insbesondere seine Datierungen der relevanten Texte. Denn gerade darauf basiert letztlich auch die Datierung der Entstehung der Andreas- bzw. Stachyslegende.

Der literarhistorische Hintergrund, der nicht unerwähnt bleiben darf und auf den schon verwiesen wurde, sind die apokryphen Apostelakten, die seit dem 3. Jahrhundert kursierten und schon früh ins Lateinische übersetzt wurden.43 Gregor von Tours z. B. kannte und nutzte sie. Der eigentliche Text ist verloren bzw. nur in zahlreichen Überarbeitungen zu erahnen. Klar ist jedenfalls, dass hier in Form von sehr umfangreichen »Romanen« die weit ausgedehnten Missionsreisen des Apostels beschrieben werden, allerdings ist da von Byzantion an keiner Stelle die Rede, zumindest nicht in den erhaltenen griechischen Fragmenten. Eine damit in Zusammenhang stehende Literatursorte sind Listen der Jünger, sowohl der 12 wie die der 70, wo ebenfalls, wenn auch nur sehr kurz, die jeweiligen Missionsgebiete angegeben werden. Max Bonnet und Theodor Schermann haben die wichtigsten dieser Texte bereits im ausgehenden 19. bzw. beginnenden 20. Jahrhundert ediert und z. T. untersucht, worauf natürlich Dvornik fußen konnte.44

III. Wann entstand die Andreaslegende?

Dvornik jedenfalls datierte die Anfänge der Andreaslegende ins beginnende 7. Jahrhundert und ihre entwickeltere Form ins 8. Jahrhundert. Davor dachte die ältere Forschung an eine Entstehung im Rahmen des sog. Akakianischen Schismas im ausgehenden 5. Jahrhundert, wofür vielleicht die historische Situation sprach, jedoch nicht der Hauch eines Belegs beigebracht werden kann.45

Man nahm auch an, dass die Translation der Überreste der Apostels Andreas, des Evangelisten Lukas (angeblich gefunden in Patras bzw. Theben46) sowie des »Apostels« Timotheos (aus Ephesos47) durch Kaiser Konstantios II. (bzw. eventuell noch Konstantin d. Gr.?) in den Jahren 336 bzw. 357 und ihre Deponierung in der Apostelkirche in Konstantinopel48 Anlass für die Entstehung der Andreaslegende gewesen sein könnte.49 Doch war das offensichtlich nicht Fall. Es ist jedenfalls erstaunlich, dass seit dem 4. Jahrhundert der Apostel Andreas gar keine große Rolle in der Literatur (und auch in der Kunst50) spielte. Man hat fast den Eindruck, dass man ihn und seine Reliquien |vergessen hatte. Anders kann man es sich m. E. nicht erklären, was Prokop in seiner Schrift »Über die Bauwerke« im 6. Jahrhundert über den justinianischen Neubau51 der Apostelkirche (in den 30er Jahren) berichtete. Offenbar stieß man bei den Arbeiten auf die Reliquien der hier deponierten Apostel, was Prokop in seiner Justinian verherrlichenden Schrift so deutete: »Nachdem Justinian dieses Heiligtum vollendet hatte, ließen auch die Apostel allen erkennen, wie sehr sie sich über die Ehrung durch ihn freuen und wie ungemein stolz sie darauf sind: Die Leiber der Apostel Andreas, Lukas und Timotheos jedenfalls, die bis dahin unbekannt und ganz verborgen waren, wurden nun allen deutlich sichtbar, …« Die Apostel selbst, so fährt Prokop fort, hätten sich offenbart, um die Frömmigkeit Justinians zu ehren. Angeblich habe der Kaiser Konstantios, der die Translation im 4. Jahrhundert durchführen ließ, die Apostelreliquien »ganz und gar nicht erkennbar« in der Apostelkirche deponieren lassen »und offenbar schien auch keine Stelle in der Kirche für heilige Körper bestimmt zu sein«. Das ist natürlich angesichts dessen, was wir über die Apostelkirche im 4. und 5. Jahrhundert wissen, nicht korrekt. »Als nun Kaiser Justinian dieses Heiligtum wieder aufführen ließ, da durchwühlten die Steinmetzen den ganzen Untergrund … Hierbei fanden sie drei ganz und gar vernachlässigte Holzsärge mit Schriftzeichen darauf, die besagten, dass es die Körper der Apostel Andreas, Lukas und Thimotheos waren.«52 Offenbar war die Apostelkirche sehr baufällig geworden und kaum noch genutzt worden – wir wissen nicht, wie lange. Und dabei hatte man gleich drei Apostelgräber schlicht vergessen! Das deutet nicht gerade auf eine besondere Verehrung des Andreas als Begründer der Kirche der Kaiserstadt.

Dvornik meinte, die ersten Spuren einer Vorstellung, dass auch der thronos der konstantinopolitanischen Patriarchen einen apostolischen Ursprung habe (»apostolic character of the see of Constantinople«), in die Zeit um 600 bzw. in den Anfang des 7. Jahrhunderts datieren zu können.53 Die zur Stützung dieser Behauptung angeführten Belege lassen sich allerdings teilweise entkräften. Daraus einen Vorwurf an den großen Gelehrten Dvornik konstruieren zu wollen, wäre jedoch verfehlt. Die Fortschritte der byzantinistischen Forschungen (insbesondere modernen Ansprüchen genügende Neueditionen usw.) bieten heute Kontrollmöglichkeiten, über die man in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts nicht verfügen konnte.

Er verwies zunächst auf die Vita des Symeon Stylites, konnte jedoch nur die unzureichenden Auszüge benutzen, die 1894 Papadopoulos-Kerameus veröffentlichte.54 Allerdings bietet auch die neue Ausgabe dieser wichtigen Vita (ed. von P. van den Ven; BHG 1689) die von Dvornik zitierte Lesart. An zwei Stellen benutzt der anonyme Autor (ein Zeitgenosse des Symeon [der 592 starb])55 die Bezeichnung ἀποστολικός (scil. θρόνος) für den Sitz des Patriarchen von Konstantinopel (an anderer Stelle wird der Sitz des Patriarchen von Antiocheia so bezeichnet).56 Sah man auf dem berühmten »Wunderberg« (θαυμαστὸν ὅρος) in der Nähe von Antiocheia auch das Patriarchat Konstantinopels als eine apostolische Gründung an, wie dies im Falle von Antiocheia ja sicher war? Genügen diese zwei Belege aus einem hagiographischen Text zu so einer weitreichenden Schlussfolgerung?

Bei einem weiteren vermeintlichen Beleg sieht die Sache aber anders aus. Dvornik verwies auf die Novelle 2 des Kaisers Herakleios (610–641), die ins Jahr 617 datiert wurde.57 Der Begriff ἀποστολικός, |bezogen auf den Patriarchen Sergios,58 an den alle vier erhaltenen Novellen des Herakleios gerichtet sind,59 taucht einmal in der Rubrik der genannten Novelle auf. Da diese aber nicht zum eigentlichen Textbestand der Novelle gehört, sondern erst von späteren Kopisten der Novelle (wie auch im Falle von Novelle 1 und 4; für Novelle 3 ist keine überliefert) hinzugefügt wurde, entfällt dieser Beleg.60 Im eigentlichen Text dieser Novelle (wie auch im Falle der drei anderen erhaltenen Novellen des Herakleios) taucht das Adjektiv ἀποστο λικός nicht auf. Es kann mithin nicht die Rede davon sein, dass ein »official document«61 die Vorstellung von einer – wie auch immer verstandenen – Apostolizität des Patriarchats von Konstantinopel bezeugen würde. Wäre dies anders, läge tatsächlich ein schwerwiegendes Argument vor.

Anders enthält die Vita des Theodor von Sykeon (BHG 1748), die Dvornik ebenfalls anführt,62 tatsächlich zwei Stellen, wo von Patriarchen von Konstantinopel die Rede ist, den Begriff ἀποστο λικός.63

Wir verfügen also über zwei Quellen – beide Heiligenleben – aus der Zeit um 600, in denen das Wort ἀποστολικός, bezogen auf den Patriarchen von Konstantinopel, auftaucht. Aber welches Gewicht kann man dem beimessen? Kann man mit guter Begründung dahinter eine Kenntnis (bzw. die Existenz) der Andreaslegende vermuten, der konkreten Vorstellung, dass auch der Bischofssitz von Konstantinopel einen apostolischen Ursprung hatte? Das erscheint doch angesichts dieser dünnen Quellengrundlage eine zu kühne Annahme zu sein. Eine bedeutsamere Quelle stellen aber die Akten des VI. Ökumenischen Konzils (Constantinopolitanum III) dar, das 680/681 abgehalten wurde.64 Hier spielte, wie Dvornik feststellte, der Begriff des »Apostolischen« ( ἀποστολικός) eine erhebliche Rolle; jedenfalls tauchte er viel häufiger – allerdings in den verschiedensten Zusammenhängen – auf als in den Akten der früheren (ökumenischen) Konzilien.65 Meistens geschieht dies allerdings in Formulierungen wie καθολικὴ καὶ ἀποστολικὴ ἐκκλησία oder ἀποστολικὴ τοῦ Χρισ τοῦ ἐκκλησία o. ä. Aber auch diese Formeln zeigen eine gewachsene Bedeutung der Apostolizität.

In den publizierten Akten taucht m. W. nur an einer Stelle die direkte und eindeutige Bezeichnung ἀποστολικὴ ἐκκλησία für die Kirche Konstantinopels auf.66 Daneben stehen eher versteckt (oder scheinbar beiläufig) zu bezeichnende Stellen, wo auf diese oder jene Weise der Begriff ἀποστολικός in Bezug auf die »Konzilssekretäre« auftaucht, die natürlich zum Personal des Patriarchats von Konstantinopel zählten. Doch dazu gleich mehr.

Die erwähnte einzige Stelle einer direkten Bezeichnung der Kirche von Konstantinopel als eine ἀποστολικὴ ἐκκλησία ist jedoch problematisch und m. E. besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie gar nicht zum ursprünglichen Bestand der Akten gehörte! In den griechischen Text eingeordnet nach dem sermo prophoneticus (ad Constantinum imperatorem)67 ist sie wahrscheinlich ein späterer Zusatz. Bekanntlich hatte das Aktenexemplar des Patriarchats von Konstantinopel ein bewegtes Schicksal. Der im Jahre 711 gewaltsam auf den Thron des Byzantinischen Reiches gekommene Philippikos (Bardanes),68 der bis zu seinem Sturz im Jahre 713 regierte, war ein Bekenner des Monotheletismus und versuchte, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Der Patriarch Ioannes VI. (712–715)69 folgte dem Befehl des Kaisers und veranstaltete zu Beginn des Jahres 712 eine Synode, |die das VI. Ökumenische Konzil und seine Beschlüsse anathematisierte.70 Das Aktenexemplar, das sich in der kaiserlichen Bibliothek befand, wurde verbrannt (vermutlich auch das der Patriarchalbibliothek). Der archidiakonos Agathon71 (der schon 680/681 zu den Konzilssekretären gehörte) stellte ca. 713 – nach dem Sturz des häretischen Kaisers Philippikos Bardanes – ein Aktenexemplar wieder her, von dem die griechische Überlieferung ausging. In der zwischen 682 und 701 in Rom entstandenen lateinischen Übersetzung finden sich die Bemerkungen Agathons logischerweise nicht.72 Man kann also nicht davon ausgehen, dass die Bezeichnung der konstantinopolitanischen Kirche in den gedruckten Akten des Constantinopolitanum III als eine ἀποστολικὴ ἐκκλησία einen quasi offiziellen Charakter gehabt habe. Bestenfalls repräsentiert sie die Auffassung des Agathon – vorausgesetzt, dieser hat sich tatsächlich Gedanken über dieses Problem gemacht, als er die fragliche Notiz ans Ende seiner rekonstruierten Konzilsakten setzte.

An sehr vielen Stellen dieser Akten wird, was nicht verwundert, das Papsttum als ἀποστολικός bezeichnet bzw. werden einzelne Päpste so tituliert.73 Bereits im »Einladungsbrief« zum Konzil Konstantins IV. an den Papst fällt die mehrfache Betonung der Apostolizität des römischen Papsttums auf.74

Vergleichsweise viel seltener war dies bei Alexandreia und Jerusalem der Fall.75 Auf jeden Fall erfolgte die »Zuteilung« des ἀποστολικός an diese Patriarchatssitze (die allerdings im islamischen Herrschaftsbereich lagen und zeitweise vakant waren) nur ausnahmsweise.

Auf einen eigenartigen Umstand machte bereits Dvornik aufmerksam:76 Zwei der hochrangigsten Vertreter des konstantinopolitanischen Patriarchats, die als sog. Konzilssekretäre fungierten, legten offenbar großen Wert darauf, dass in ihren Titeln das ἀποστολικός nicht fehlte. Es handelt sich um Konstantin und Theodoros, die beide πριμικήριος τῶν νοταρίων waren (Vorsteher der Patriarchatskanzlei; mithin gehörten sie zu den Verwaltungsspitzen des Patriarchats von Konstantinopel77). In dieser Eigenschaft griffen sie mehrfach ins Konzilsgeschehen ein. Beide amtierten übrigens nicht gleichzeitig. Ab der 15. Sitzung (26.4. 681) löste Theodoros offenbar Konstantinos ab. Die Ursache ist nicht bekannt (Krankheit, Tod, Absetzung?).78 Beide führten diese Titel: (Theodoros) ὁ θεοσεβέστατος (ἀρχι)διάκονος79 τῆς ἐνταῦθα ἁγιωτάτης τοῦ θεοῦ καθολικῆς καὶ ἀποστολικῆς μεγάλης ἐκκλησίας καὶ πριμικήριος τῶν θεοσεβεστάτων νοταρίων τοῦ ἁγιωτάτου ἀρχιεπισκόπου τῆς θεοφυλάκτου ταύτης καὶ βασι λίδος πόλεως Γεωργίου80 und (Konstantinos) ὁ θεοσεβέστατος ἀρχιδιάκονος τῆς ἐνταῦθα ἁγιωτά της τοῦ θεοῦ καθολικῆς καὶ ἀποστολικῆς μεγάλης ἐκκλησίας καὶ πριμικήριος τῶν θεοσεβεστάτων νοταρίων Γεωργίου τοῦ ἁγιωτάτου ἀρχιεπισκόπου Κωνσταντινουπόλεως .81

Die zwei Chefs der Kanzlei des Patriarchen betonen also ausdrücklich in ihren Titeln die |»Apostolizität« der Kirche Konstantinopels. Und der ebenfalls zur Spitze der Verwaltung des Patriarchats gehörende Agathon (u. a. protonotarios)82 tat dies ebenfalls, wenn auch an einer eher versteckten Stelle.83 An anderer Stelle jedoch, in seinem Epilogos genannten Bericht über das Schicksal der Akten,84 verwendete er den Begriff ἀποστολικός – in einer gleichsam »normalen« Weise – für die Hagia Sophia (dies im Zusammenhang mit der Krönung Anastasios’ II. [4.6. 713] in der Hauptkirche Konstantinopels).85

Nicht vergessen werden darf an dieser Stelle der Umstand, dass alle drei (bzw. zwei, wenn man Konstantin, der vor der 15. Sitzung ausschied, nicht mitrechnet) mit der Redaktion der Akten verantwortlich zu tun hatten. Hervorzuheben ist auch der Umstand, dass Georgios, der Patriarch von Konstantinopel z. Z. des Konzils, an keiner Stelle der überlieferten Akten mit »Apostolischen« in einen Zusammenhang gebracht wird – mit Ausnahme seiner Nennung im Titel des Konstantin und Theodoros. Man könnte die Frage aufwerfen, ob um 680 herum die Vorstellung von einer »Apostolizität« der Kirche Konstantinopels in den höchsten Verwaltungsspitzen des Patriarchats virulent war. Oder handelt es sich »nur« um einen Reflex auf den andauernden Bezug der römischen Legaten auf die Apostolizität des Papstes, wie Dvornik in Erwägung zog?86 Angesichts der gegebenen Quellenlage lässt sich diese Frage nicht endgültig beantworten, auch wenn es mir am wahrscheinlichsten erscheint, hier eine Reaktion auf die ostentativ vorgetragene römische Petrustradition zu sehen. Man könnte dann auf einen gewissen Ärger (und Anflüge eines Minderwertigkeitsreflexes?) in der Verwaltungsspitze des Patriarchats von Konstantinopel schließen. Eine Reaktion auf den römischen apostolischen Anspruch könnte auch der bereits erwähnte Zusatz des Agathon zu den Konzilsakten sein, denn hier wird in aller Deutlichkeit die sog. Pentarchietheorie vorgetragen.87 Diese entspricht den byzantinischen ekklesiologischen Vorstellungen und war somit ein Mittel die Rolle der Apostolizität (bzw. des Mangels derselben im Falle von Konstantinopel) zu relativieren. Das Auftauchen des Begriffs ἀποστολικός bezogen auf die Kirche Konstantinopels (bzw. der Hagia Sophia) veranlasste Dvornik zu dieser Einschätzung: »This was the first time, in an official ecclesiastical document, that the title apostolic see had been given categorically to Constantinople.«88 Angesichts des Umstandes, dass die analysierten Stellen der Akten des Constantinopolitanum III, an denen ἀποστολικός auftaucht, doch eher ephemerer Natur sind bzw. gar nicht zum ursprünglichen Bestand der Akten gehören, scheint diese Feststellung (der man in der wissenschaftlichen Literatur oft folgte) überzogen. Ob hinter den Titeln der eben behandelten Konstantin und Theodor oder hinter dem zweimaligen Gebrauch des Begriffs durch Agathon89 tatsächlich die Vorstellung eines – auf Andreas (oder gar Stachys) bezogenen – apostolischen Ursprungs der Kirche von Byzantion / Konstantinopel (in Parallele zu Rom, Antiocheia, Alexandreia und Jerusalem) steht, ist zumindest nicht beweisbar. In den Akten taucht der Apostel Andreas an keiner Stelle auf! Und weitere Belege aus diesen Jahrzehnten der byzantinischen Geschichte liegen ebenfalls nicht vor. Insofern sollte man Dvornik nicht folgen, denn von einer »kategorischen« Zuweisung des Titels ἀποστολικός an die Kirche der byzantinischen Hauptstadt kann m. E. keine Rede sein. Mithin muss man die Entstehungszeit der Andreaslegende (nebst Stachys als angeblich erstem Bischof der Stadt) in späteren Zeiten suchen.

IV. Die wichtigsten Texte

Die Andreaslegende im eigentlichen Sinne taucht erst in einigen Texten auf, die aus einer viel späteren Zeit stammen. Von zentraler Bedeutung ist die Datierung dieser Texte und damit die Zeit |(und die Zeitumstände!) der Entstehung der Andreaslegende. Man kann mit einiger Mühe eine relative Chronologie ermitteln, obwohl zugestanden werden muss, dass die Ergebnisse der bisherigen Forschung durchaus widersprüchlich sind. Schwieriger ist es, konkrete Zeitangaben in den Texten selbst zu eruieren. Gelegentlich ist das jedoch möglich. Die Reihenfolge dieser Texte, die ich gleich vorstelle, weicht von der Dvorniks ab.

Als erste relevante Quelle ist auf einen unter dem Namen des Kirchenvaters Epiphanios überlieferten Text zu verweisen.90 Diese pseudepigraphische Schrift wurde dem 402 verstorbenen Kirchenvater Epiphanios von Salamis (Zypern) zugeschrieben.91 Allerdings hatte Epiphanios vermutlich wirklich einen Prophetenkatalog verfasst und die Listen der Propheten hingen schon früh mit denen der Apostel, der 12 und der 70 (bzw. 72), nach Lukas 10,1–24 zusammen.92

Hier, gleichsam versteckt zwischen den 69 anderen Apostelschülern, findet sich unter der Nummer 20 dieser Eintrag: »Stachys, den Paulos auch in demselben Brief erwähnt (scil. Röm. 16,9), wurde als erster Bischof von Byzantion vom Apostel Andreas eingesetzt, in Argyropolis in Thrakien.«93 Die Datierung dieses Textes ist schwierig. Er scheint jedenfalls der älteste zu sein, der von einer Einsetzung des Stachys durch den Apostel Andreas berichtet – so die (auf Dvornik bzw. bereits auf Schermann basierende) opinio communis der aktuellen Forschung.94 Danach scheint auch die Benutzung durch spätere Texte, auf die gleich einzugehen ist, gesichert zu sein, so dass sich angeblich sogar eine relative Chronologie aufstellen ließe. Entsprechend datierte man den Pseudo-Epiphanios-Text ins beginnende 8. Jahrhundert (oder gar ins ausgehende 7.).95

Hier taucht zum ersten Mal Argyropolis, die »Silberstadt« auf (heute Tophane). Seit dem 5. Jahrhundert ist dieser Name belegt. Patriarch Attikos (406–425), so berichtet der Kirchenhistoriker Sokrates, habe in Analogie zu Chrysopolis (auf der asiatischen Seite) die diesem gegenüber gelegene Region Konstantinopels so genannt.96

Und doch haben die meisten Forscher (auch Dvornik) einen wichtigen Umstand übersehen, auf den bereits Schermann aufmerksam gemacht hatte und auf den Kahl als Letzter energisch hinwies.97 Von den sieben von Schermann verwendeten Handschriften98 haben überhaupt nur zwei (Cod. Paris. gr. 1115 [= A] und Cod. Vindob. theol. gr. 77 = [B]) das Verzeichnis der 70 Jünger. In der Pariser Handschrift fehlen allerdings die ersten 24 Namen (mithin auch der hier besonders interessierende Stachys). In der Wiener Handschrift hingegen (und in der lateinischen Übersetzung99) wurde die Lücke gefüllt, allerdings mit einem Text, der auf Pseudo-Dorotheos aus dem 9. Jahrhundert basiert!100 Selbst wenn es sehr wahrscheinlich erscheint davon auszugehen, dass bereits dieser Text des Pseudo-Epiphanios (vermutlich in sehr kurzer Form) die Einsetzung des Stachys durch den Apostel Andreas als Bischof von Byzantion enthielt, ist dies nicht völlig gesichert.101 Aus methodischen |Gründen ist also äußerste Vorsicht geboten. In der älteren Literatur102 wurde übrigens vermutet, dass der Patriarch Photios hinter dem Text des Pseudo-Dortheos stand. Doch beweisen lässt diese These sich nicht!

Das Martyrium (Narratio) Andreae ist vielleicht der zeitlich nächste Text, auf den hier einzugehen ist.103 Von Dvornik wurde er ins 8. Jahrhundert datiert,104 was m. E. zu bezweifeln ist,105 auch wenn ihm heute verschiedentlich gefolgt wurde. Auch die von ihm angenommene Benutzung des Pseudo-Dorotheos-Textes, auf den gleich einzugehen ist,106 ist nicht richtig, wie in der Forschung schon mehrfach gezeigt wurde.107 Mithin dreht sich die textuelle Abhängigkeit um. Diese 18 Druckseiten umfassende fabulöse Andreas-Vita beschreibt die umfangreichen Missionsreisen des Apostels (ich muss die einzelnen Stationen leider übergehen) bis hin zu seinem Märtyrertod in Patras. Andreas kommt aus Sebastopolis nach Sinope und über die »Stadt der Menschenfresser«108 gelangte er nach Byzantion, wo er Stachys als Bischof einsetzte.109 Aber die Story wird weiter gesponnen. In der Stadt herrschte ein Tyrann namens Zeuxippos (man denke an die berühmten Zeuxippos-Thermen), der als εἰδωλομάνης bezeichnet wird; in der Stadt herrschte eine εἰδωλικὴ ἀθεοτήτα, die gottlose Idolverehrung. Diese höchst kritischen Epitheta110 lassen sich in die antiikonoklastische Polemik nach dem 7. Ökumenischen Konzil im Jahre 787 (dem Nicaenum II) verorten, möglicherweise sogar erst nach 815, dem Beginn der zweiten Phase des sog. Bilderstreites.111

Andreas wagte sich deshalb nicht in die Stadt, sondern zog gen Westen, πρὸς τοῖς δυτικοῖς μέρεσιν, nach Hellas und Thessalien, wie im folgenden Kapitel zu lesen ist. Dvornik wollte darin, in dieser Formulierung πρὸς τοῖς δυτικοῖς μέρεσιν, einen Bezug auf das östliche Illyrikum (wozu große Teile Griechenlands mit Thessaloniki und Kreta, nicht aber Unteritalien und Sizilien gehörten) sehen, dessen Bistümer tatsächlich nach den 50er Jahren des 8. Jahrhunderts dem Patriarchat von Konstantinopel unterstellt worden waren, wobei anzumerken ist, dass eine exakte Datierung dieses wichtigen Vorgangs nicht möglich ist.112 Er meinte jedoch hier einen terminus ante quem gefunden zu haben und entsprechend datierte er diesen Text ins 8. Jahrhundert und schien sogar die 30er Jahre zu bevorzugen – einer heute überholten Datierung der Abtrennung des östlichen Illyrikums von Rom folgend.113 Obwohl dies in der bisherigen Forschung häufig (aber keienswegs immer) übernommen wurde, ist auch diese Deutung m. E. falsch. Um von Konstantinopel nach Griechenland zu kommen, muss man nunmal (zunächst jedenfalls) gen Westen reisen. Hier einen Bezug auf das östliche Illyrikum zu sehen, überstrapaziert diese einzelne Quellenstelle. Allein auf sie die Datierung zu stützen, ist m. E. schon in methodischer Hinsicht nicht tragfähig. Man könnte bestenfalls überlegen, ob dieser Text vor oder nach der Vita des Apostels |Andreas aus der Feder eines Epiphanios Monachos zu datieren ist, auf die jetzt einzugehen ist.

Ein Mönch (und Presbyter des Kallistratos-Klosters114 in Konstantinopel) namens Epiphanios verfasste in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts eine Vita des Apostels Andreas.115 Dieser Text wird in der Wissenschaft in seltener Übereinstimmung (so zuletzt Cyril Mango: »not long after 815«) in die Zeit nach 815 datiert, was angesichts der eindeutigen Hinweise auf die erste Phase des byzantinischen Bilderstreites nicht verwundern kann.116 Epiphanios beruft sich gleich zu Beginn seines Textes ausdrücklich auf den »Erzbischof Epiphanios von Zypern«117 als seine Quelle für das umfangreiche Itinerar des Apostels Andreas. Er – Epiphanios – unternahm eine Reise, um die Wirkungsorte des Apostels Andreas zu besuchen (oder handelt es sich um eine literarische Fiktion?). Es ist hier nicht der Ort, diese interessante Reise zu behandeln.118 Im Kapitel 66 erzählt er auch die uns bereits bekannte Geschichte von der Einsetzung des Stachys als Bischof durch Andreas in Argyropolis. Es fehlt allerdings die Geschichte vom Tyrannen Zeuxippos.119 Der Apostel kam aus Sinope nach Byzantion. Auf der Akropolis von Byzantion120 habe er eine Kapelle bzw. Gebetshaus ( εὐκτήριον), der Theotokos geweiht.121 Danach reiste er weiter nach Herakleia.

Von entscheidender Bedeutung ist dann ein unter dem Namen eines Dorotheos (Pseudo-Dorotheos) überlieferter Text, zweifelsfrei eine Fälschung. Als Autor erscheint ein angeblicher Bischof Dorotheos von Tyros, der im 4. Jahrhundert gelebt haben soll. Ein gewisser Prokopios, der angeblich im 6. Jahrhundert schrieb, habe diesen Text kompiliert und dabei die grundlegenden Schriften des großen Dorotheos herangezogen. Es erübrigt sich mitzuteilen, dass es sich um eine mehr oder weniger geschickte Konstruktion handelt und dass der Text selbst ein Produkt des 9. Jahrhunderts (Mitte, zweite Hälfte) ist.122

Zwar gab es wirklich einen Bischof dieses Namens von Tyros, von dem Theophanes (schrieb bis ca. 813) zum Weltjahr (nach der alexandrinischen Rechnung) 5818 (= a. D. 325/326) berichtete, dass ein Bischof Dorotheos bereits unter Diokletian Verfolgung, Exil und Folter erlitten habe. Er sei sehr gelehrt gewesen und habe wichtige Texte auf Griechisch und Lateinisch hinterlassen. Auch habe er sehr genau über die Geschichte der Bischöfe von Byzantion eine Schrift verfasst. Nach Rückkehr aus dem Exil habe er dann wieder als Bischof von Tyros |amtiert, bis er Opfer der Christenverfolgungen unter Julian Apostata wurde. Auf der Flucht in Odyssopolis123 ergriffen, starb er im Alter von 107 (!) Jahren.124 Die nicht vorhandene Historizität dieses Dorotheos ist längst erkannt worden.125 Pseudo-Dorotheos knüpfte also an den Bericht des Theophanes an (dessen Quelle nicht bekannt ist), wodurch sich ein terminus post quem ergibt.

Vor diesem ausführlichen Bericht findet sich eine Apostelliste ähnlich wie die des Pseudo-Epiphanios, allerdings umfangreicher.126 Der Text selbst ist, wie gesagt, eine literarische Fiktion. Der erwähnte Presbyter Prokopios tritt als Übersetzer (Dorotheos habe in Rom auf Latein geschrieben) bzw. als Redaktor auf. In der erwähnten Apostelliste taucht Stachys als Nr. 23 auf. Der Text ist dem bei Pseudo-Epiphanios sehr ähnlich.127

In einem längeren Exkurs am Ende des Textes wird dann die Geschichte breiter dargestellt. Andreas wollte zu Schiff ins Schwarze Meer, vorbei an Byzantion. Der Tyrann Zeuxippos, dem wir schon begegnet sind,128 aber hinderte ihn am Betreten der Stadt. Deshalb ging er nach Argyropolis, wo er 2 Jahre blieb, einen Altar (θυσιασθήριον) weihte und Stachys als Bischof einsetzte. Er selbst ging dann nach Sinope.129

Die auf Stachys folgenden Bischöfe residierten in oder bei Argyropolis und dann gleich an der nördlichen Stadtmauer auf der gegenüber gelegenen Seite des Goldenen Horns. Sie flohen vor den »Tyrannen« und wandten sich der Mission unter Heiden und Juden zu. Es folgt die uns nun schon gut bekannte Liste der 21 Nachfolger des Stachys – bis Metrophanes. Hinzu kommt ein weiterer pseudohistorischer Exkurs. Als Papst Johannes im Jahre 525/526 Konstantinopel besuchte – ein gut bezeugtes historisches Ereignis130 –, kam es angeblich zu einem Streit zwischen dem Papst und dem Patriarchen von Konstantinopel, wer zuerst die Weihnachtsliturgie lesen dürfe. Die literarische Fiktion war nicht ungeschickt komponiert. Der anonyme Verfasser hatte offenbar sogar Zugang zu Konsul-|fasten (vielleicht aber auch »nur« zum Chronicon paschale), denn er nennt die beiden Konsuln – Philoxenos und Probos – des Jahres 525.131 Man präsentierte dem Papst die erwähnte Schrift des Dorotheos über die Frühgeschichte der Bischöfe von Byzantion. Und dieser musste die zeitliche Priorität des Patriarchen von Konstantinopel zugestehen. Er bestand dennoch auf seinem Primat, auch wenn er zugab, dass die konstantinopolitanische Kirche älter als die Roms sei.132 Diese Argumentation passt gut in die Mitte und die zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts, in die Zeit der Auseinandersetzungen zwischen Photios und Papst Nikolaus I. bzw. deren Nachfolger um die Missionierung Bulgariens.133 Hinzu kommen einige Stellen im Text, die mit der Hervorhebung bestimmter Kirchen und der Verehrung bestimmter Heiliger ebenfalls in die zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts weisen, wie Gerhard Kahl richtig feststellte.134

Man kann also davon ausgehen, dass der Pseudo-Dorotheos-Text frühestens um die Mitte des 9. Jahrhunderts entstand und eine weit entwickelte Form der Andreaslegende repräsentiert.

Etwa in dieselbe Zeit sollte man auch einen entsprechenden Abschnitt (Stachys, Argyropolis) in dem Patriarchen Nikephoros (806–815) zugeschriebenen Χρονογραφικὸν σύντομον, einer rudimentären Weltgeschichte mit umfangreichen Listen von Herrschern, Propheten, Patriarchen usw. setzen.135 Da allerdings Anastasius Bibliothecarius, der in den 50er Jahren des 9. Jahrhunderts diesen Text ins Lateinische übersetzte, die Konstantinopler Bischöfe nicht aufführte, hatte seine Vorlage diese Bischofsliste wahrscheinlich noch nicht. Sie wurde offenbar später interpoliert.136 Die Notiz zu Andreas bzw. Stachys wurde bereits oben zitiert.137

Aus dem Ende des 9. Jahrhunderts138 stammt eine sog. Konzilssynopse,139 die – im Anschluss an den Bericht über das erste ökumenische Konzil (Nicaenum I; 325) – ebenfalls eine ausführliche Variante der Andreaslegende bietet.140 Diese ist auf das Engste verwandt mit einem von Fischer im Jahre 1884 edierten Patriarchenkatalog.141 Hier heißt es: »Als Andreas, der zuerst berufene Apostel, nach der Durchquerung des Pontischen Meeres nach Byzantion kam und hier die Heilsbotschaft verkündet hatte, richtete er eine Versammlung der Gläubigen ein und ließ im thrakischen Gebiet gegenüber der Stadt an einem Ort namens Argyropolis ein Gebetshaus erbauen (dort legte man |später den heiligen Leichnam des heiligen Märtyrers Adrianos142 nieder) und ordinierte darin Stachys, einen der 70 Schüler des Herrn, zum ersten Bischof. Dieser hütete die Herde 16 Jahre. [Es folgen] Onesimos 14, Polykarpos 18, Ploutarchos 16, Sedekion 9, Diogenes 15, Eleutherios 7, Felix 5, ein weiterer Polykarpos 17, Athenodoros 4 (dieser errichtete ein weiteres Gebetshaus an einem Eleia genannten Ort), Euzoios 6 Jahre, Laurentios 11, Alypios 13, Pertinax 19 (dieser war ein Consul im Senat Roms,143 kam zum Glauben und wurde zum Bischof von Byzantion eingesetzt und errichtete ein weiteres Gebetshaus nahe der Stadt, in dem am Meer gelegenen Ort namens Sykai,144 das er »Eirene« benannte145), Olympianos 11 Jahre, Markos 13, Kyrillianos 16, Kastinos 7 (dieser errichtete im selben Byzantion in der Gegend tou Petríou146 ein Gebetshaus für die heilige, hochberühmte Märtyrerin Euphemia,147 die in jener Zeit das Martyrium erlitt; und wenn dort die feierlichen Prozessionen enden, verkündet man das Glaubensbekenntnis148), Titos 36 Jahre, Dometios, der Bruder des Kaisers Probos, 24 Jahre, Probos, der Sohn des Dometios, 12 Jahre, Metrophanes, der Bruder des Probos, 10 Jahre (in dessen siebtem Jahr hielt der zu den Heiligen gehörende Kaiser Konstantin der Große Einzug in die Stadt, und nach dem Einzug des Kaisers lebte Metrophanes noch drei Jahre149).«150

Aus dieser Zeit bzw. einige Jahrzehnte später gibt es weitere Texte, die die Andreaslegende enthalten, etwa aus der Feder des bekannten Niketas David Paphlagon in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts.151

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V. Andreas in der Liturgie

Seit dem 9. bzw. 10. und besonders dann in den folgenden Jahrhunderten taucht die Andreas- bzw. Stachyslegende dann insbesondere im Synaxarion von Konstantinopel,152 im Menologion Basileios’ II.153 oder im Typikon der Hagia Sophia154 usw. auf.155 Allerdings scheint sich diese Integration in den gottesdienstlichen Jahreszyklus erst allmählich durchgesetzt zu haben, und letztlich erlangte sie nie eine große Bedeutung – ein Umstand, auf den schon Dvornik hingewiesen hat.156

Dennoch ist die Einbeziehung der Legende in den Gottesdienst (und das mehrfach im Jahr) nicht ohne Bedeutung, blieb doch so die Geschichte vom erstberufenen Apostel Andreas allgemein präsent, auch über das fatale Jahr 1453 hinaus.

Noch im 8. Jahrhundert spielte die Andreaslegende keine Rolle in der byzantinischen Liturgie bzw. in dem damit zusammenhängenden Schrifttum.157 Erst frühestens seit dem ausgehenden 9. und dem 10. Jahrhundert finden sich dann eindeutige Hinweise auf die Andreas- bzw. Stachyslegende.

Insbesondere im Synaxarion Sirmondianum aus dem 10. Jahrhundert gibt es zum 30. Oktober, dem Festtag des Stachys (neben anderen), verschiedene Nachrichten über seine Einsetzung als Bischof durch Andreas und die Gründung einer Kirche in Argyropolis. 2000 Christen habe er versammelt und belehrt, und 16 Jahre158 habe er amtiert.159 Und zum 30. November, dem Festtag des Apostels Andreas, bieten vier Handschriften einen von der übrigen Überlieferung160 abweichenden Text. Nach ausführlicher Schilderung der Missionsreisen des Apostels (Bithynien, Schwarzes Meer, Pontos, Propontis, Chalkedon, Byzantion, Makedonien, Thrakien bis zur Donau, Thessalien, Hellas, Achaia, Amisos, Trapezunt, Herakleia, Amastris usw. usw.), wobei der Autor offenbar einige Probleme mit der Geographie hatte, wird kurz erwähnt, dass er in Byzantion Stachys zum Bischof weihte, um dann auf die Peloponnes zu ziehen (folgt das Martyrium).161 Am 30. Juni, dem Tag der Apostel (12 und 70), wird auch Stachys gedacht, wobei seine Einsetzung durch Andreas in Argyropolis zum Bischof von Byzantion erwähnt (aber nicht besonders hervorgehoben) wird.162 Am 26. August gedachte man den Heiligen Adrianos, Natalia, Attikos und Sisinnios.163 Am Ende wird berichtet, dass ein gewisser Eusebios die Reliquien des Märtyrers Adrianos nach Argyropolis brachte. Später kam auch Natalia hinzu.164 Am selben Tag gedachte man eines weiteren Adrianos, der unter Diokletian in Nikomedeia das Martyrium erlitten haben soll.165 Hier werden einige der vormetrophanischen Bischöfe erwähnt, da Dometios166 angeblich die Überführung der Reliquien nach Argyropolis veranlasste, wo bereits die Überreste des eben behandelten Adrianos ruhten. Auch Stachys, der erste, von Andreas eingesetzte Bischof, sei da begraben. Erwähnt werden weiter die angeblichen Bischöfe Titos und Probos. Dometios sei der Bruder des Adrianos gewesen.167 Man vermutete – sicher berechtigt –, dass der Text des Pseudo-Dorotheos benutzt wurde.168 Auch der Eintrag |zu Metrophanes, dem am 4. Juni gedacht wurde, bietet Spuren der Andreaslegende. Metrophanes sei der Sohn des Bischofs Dometios, des Bruders des Kaisers Probus, und Bruder des Bischofs Probos gewesen.169 Der Bischof Probos habe 12 Jahre amtiert.170

Auch in dem von Latyšev edierten Menologion aus dem 10. Jahrhundert finden sich die eben behandelten Spuren der Andreaslegende. Auch hier wurde am 4. Juni des Bischofs Metrophanes gedacht und u. a. sein angeblicher Vorgänger Dometios (Bruder des Kaisers Probus) erwähnt.171 Auch der oben behandelte fiktive Bischof Dorotheos von Tyrus ist (zum 6. Juni) vertreten,172 wie auch der Heilige Adrianos (und Natalia), dessen Überreste nach der oben zitierten Legende in Argyropolis deponiert wurden.173 Erstaunlich beiläufig wurde am 29. Juni im Kontext des Gedenkens an die zwölf Apostel die Bedeutung des Andreas für die Kirche Konstantinopels erwähnt. Er wird als Erstberufener (πρωτόκλητος) angeführt, der u. a. auch Byzantion besucht habe. Von Stachys ist hier – und im gesamten Menologium – nicht die Rede.174 Spärlich, wenn man so will, ist die Beachtung der Andreaslegende auch im sog. Kaiserlichen Menologion Basileios’ II. Zum 31. Oktober wird Stachys erwähnt. Andreas habe ihn eingesetzt. Er amtierte in Argyropolis und habe hier eine Gemeinde von 2000 Personen versammelt. 16 Jahre175 lang war er Bischof.176 Zum Festtag des Apostels Andreas am 30. November wird allerdings dessen Byzantionaufenthalt nicht erwähnt!177

Im ältesten komplett erhaltenen (zwischen 950 und 959 entstandenen) Typikon der »großen Kirche« Konstantinopels, also der Hagia Sophia,178 finden sich keine konkreten Hinweise auf die Andreaslegende. Weder gedachte man am 31. Oktober179 Stachys noch gibt es am 31. November, dem Fest des Apostels Andreas,180 eine Bemerkung zu dessen Aufenthalt in Byzantion. Und auch am 4. Juni, an dem man Metrophanes181 gedachte, kein Wort über eventuelle Vorgänger desselben auf dem Bischofsthron. Allein am 26. August gedachte man den beiden schon mehrfach erwähnten Heiligen namens Adrianos, deren Reste in Argyropolis ruhen.182 Von der Andreaslegende auch hier keine Spur.

Ähnlich dürftige Spuren finden sich im Typikon der Hagia Sophia aus dem 9./10. Jahrhundert.183 Andreas wird hier am 30. November gefeiert. Aber außer seiner Bezeichnung als »Erstberufener«184 findet man hier nichts Erwähnenswertes. Die Benutzung einer der Listen der Bischöfe185 ab Andreas bzw. Stachys verrät der Text zum 4. Juni, an dem man Metrophanes gedachte.186 Metrophanes ist hier der Sohn des Dometios, des Bruders des Kaisers Probus usw. Die Bischöfe Titos, Dometios und Probos und ihre verwandtschaftlichen Verhältnisse werden erwähnt, ähnlich wie in den anderen hier behandelten Texten. Und zum 26. August, an dem man des Märtyrers Adrianos (und Natalias) gedachte, wird nicht die Translation seiner Überreste nach Argyropolis erwähnt.187 Einen ähnlichen Befund ergibt die Durchsicht des Typikons des Euergetes-Klosters188 in Konstantinopel |aus der Mitte des 11. Jahrhunderts.189 Zum 30. Oktober wird u. a. auch Stachys erwähnt, allerdings ohne dass Details mitgeteilt werden.190 Und auch zum 30. November, dem Tag des Andreas, findet sich kein direkter Bezug zur Legende.191

Diese eher spärliche Erwähnung in der hauptstädtischen liturgischen Praxis lässt, so vermutete Dvornik,192 schließen, dass die »official ecclesiastical circles« der Andreaslegende doch mit einiger Reserve gegenüberstanden. Dem möchte ich nachdrücklich zustimmen. Und bis heute, so stellte man fest, spielt das Fest des Apostels Andreas (31. Oktober) in der Liturgie, insgesamt gesehen, keine besondere Rolle.193 Dass die Legende dennoch existent und bekannt war, steht auf einem anderen Blatt.

Viel umfangreicher scheint nun aber (spätestens ab der Mitte des 9. Jahrhunderts) die separate Überlieferung der Bischofslisten ab Stachys zu sein – mit oder auch ohne einer kurzen pseudohistorischen Notiz über die Einsetzung des Stachys durch Andreas in Argyropolis. Ein gutes halbes Dutzend wurde publiziert.194 In den Handschriften finden sich aber noch wesentlich mehr.195 Daneben aber, und das könnte verwundern, wurden auch fleißig Listen der Bischöfe von Byzantion bzw. Konstantinopel kopiert, die erst mit Metrophanes beginnen.196 Die sog. Osterchronik (Chronicon paschale) z. B., um nur ein Beispiel zu nennen, zählte die Patriarchen von Konstantinopel auch erst ab Metrophanes.197

Es gab aber auch in Byzantion vor der Zeit des Metrophanes Christen und Bischöfe, wie schon erwähnt wurde. Dass diese nicht in den Listen der Stachysnachfolger auftauchen (anders als in der aktuellen Liste auf der eingangs zitierten Homepage des Patriarchats von Konstantinopel), ist ein weiterer Hinweis auf deren artifiziellen Charakter.198 In verschiedenen Quellen werden sie seit dem 2. Jahrhundert bezeugt (wenn auch nur spärlich).199 Georgios Kedrenos z. B. (12. Jahrhundert) bezeichnete Metrophanes als den vierten Bischof.200 In verschiedenen Quellen werden Philadelphos, Eugenios und Rufinos als Vorsteher der Gemeinde in Byzantion im 2. und 3. Jahrhundert genannt. Dabei ist nicht immer klar, ob es sich tatsächlich um Bischöfe stricto sensu handelte oder nicht doch vielleicht nur um Presbyter.201 |

Die Andreaslegende lebte also in den genannten Texten und besonders in den zahlreichen Bischofslisten. Auf der anderen Seite taucht sie nicht, wie man vielleicht erwarten könnte, in anderen Literaturformen auf – etwa in Briefen der Patriarchen (etwa an die Päpste), in Kaiserbriefen, Konzilsakten, also im offiziellen oder semioffiziellen Schrifttum. Man muss mithin davon ausgehen, dass man im Patriarchat, im höheren Klerus oder am Kaiserhof von der Fragilität dieses Konstrukts wusste und es entsprechend nicht einsetzte. Auf die sehr wenigen und eher peripheren Beispiele aus den folgenden Jahrhunderten kann ich hier nur ausnahmsweise eingehen. Unter der Turkokratie scheint sich die Andreaslegende jedoch durchgesetzt zu haben – und so ist es bis heute.

VI. Zeugnisse der Andreaslegende nach dem 9. Jahrhundert

Nach dem 9. Jahrhundert lassen sich nur noch wenige Zeugnisse für eine bewusste Verwendung der Andreaslegende – etwa in den Auseinandersetzungen mit dem lateinischen Westen und dem Papsttum – ausmachen. Natürlich war die Legende präsent. Man kannte sie, auch wenn man sie nicht oft zitierte und benutzte. Dafür sorgte nicht nur ihre (sehr vorsichtige!) Integration in das liturgische Geschehen.202 Und doch ist man erstaunt über diese Zurückhaltung. Über die Ursachen kann man nur Vermutungen anstellen. Vielleicht war den gebildeten Vertretern der Kirche und den Spitzen des Staates stets klar, wie künstlich die Historizität der Andreaslegende in Wirklichkeit war (auch wenn Nikephoros Kallistos Xanthopoulos sie im ausgehenden 13. Jahrhundert in seine Kirchengeschichte einbaute). Es ist sicher kein Zufall, dass ein Gelehrter und Patriarch wie Photios in keiner seiner zahlreichen literarischen Produkte auch nur eine Anspielung auf die Andreaslegende machte – und das, obwohl gerade zu seiner Zeit die wichtigsten Texte über den Apostel Andreas entstanden und zirkulierten. Gerade diesen späteren Quellen hat Dvornik ausführliche Forschungen gewidmet,203 so dass ich mich hier auf die Erwähnung einiger Beispiele beschränken kann.

Noch im 9. Jahrhundert (?) entstand eine heftige Streitschrift gegen die Ansprüche Roms, Πρὸς τοὺς λέγοντας ὡς ἡ Ῥώμη θρόνος πρῶτος (Gegen die, die sagen, dass Rom der erste Sitz ist).204 Bereits Hergenröther und ihm folgend Dölger hatten die Autorschaft des Photios ins Spiel gebracht.205 Andere widersprachen, Dvornik hatte – wie Gordillo – entschieden dagegen plädiert.206 Nach ihm sollte man den Text lange nach dem 9. Jahrhundert datieren (vielleicht ins 11., 12. oder den Beginn des 13. Jahrhunderts).207 Andere, darunter kein Geringerer als Hans-Georg Beck,208 plädierten ebenfalls für Photios.209 Da, wie eben schon betont, im sonstigen (umfangreich überlieferten) Schrifttum des Photios sich keine derartige Anspielung oder gar Verwendung der Andreaslegende in einer wie auch immer gearteten antirömischen Polemik findet, ist es m. E. eher unwahrscheinlich, den großen Patriarchen als Autor oder Initiator anzusehen (auch wenn die allgemeinen Zeitumstände dies wahrscheinlich erscheinen lassen). Auszuschließen ist es auf der anderen Seite jedoch auch nicht völlig, eine Entstehung in seinem Umfeld zu vermuten. Festzuhalten bleibt im hier traktierten Zusammenhang, dass der Verfasser dieses Textes das Alter der Kirche Byzantions bzw. Konstantinopels betont, so dass man aus seinen Worten sogar einen Primatsanspruch der Hauptstadt des Byzantinischen Reiches herauslesen wollte (nach Antiocheia, aber vor Rom). Und eine besondere Rolle spielte dabei eben der erstberufene Apostel Andreas.210

Ein weiteres historisches Beispiel für die Rolle, die die Andreaslegende in politischen Konflikten spielen konnte, liegt in einer Schrift des Neilos Doxopatres vor, »Die Rangordnung der Patriar-|chenthrone« (Τάξις τῶν πατριαρχικῶν θρόνων), verfasst etwa 1142/1143.211 Aus nicht bekannten Gründen musste Neilos 1140 aus Konstantinopel fliehen, wo er eine erstaunliche Karriere gemacht hatte. Als Diakon an der Hagia Sophia, Notar des Patriarchats und Nomophylax war er auch als Jurist ausgewiesen.212 Er ging an den Hof des Normannenkönigs Rogers II. nach Palermo, in dessen Dienste er trat. Im Kontext eines Konflikts Rogers mit Papst Innozenz II. (es ging um die Einsetzung von Bischöfen durch den König, wogegen der Papst Einspruch erhob), verfasste er im Auftrage des Königs den genannten Text.213 So ist es kein Wunder, dass diese faszinierende Persönlichkeit eine erhebliche Aufmerksamkeit in der Forschung erlebte.214 Neilos gerierte sich als Verfechter der (byzantinischen) Pentarchietheorie, was man in Rom keineswegs mochte.215 Rom sei längst unter die Barbaren (Goten, Langobarden) gefallen und entsprechend habe deshalb Konstantinopel – wo der Kaiser sitzt – als Neues Rom die Aufgaben des alten übernommen.216 Diese Auffassung war keineswegs seine Erfindung. Sie findet sich in mehreren relevanten byzantinischen Quellen seit dem 9. Jahrhundert.217 Ansonsten stellt sein Werk eine Beschreibung der kirchlichen Geographie der fünf Patriarchate Antiocheia, Rom, Alexandreia, Jerusalem und Konstantinopel (in dieser Reihenfolge) dar. Bei der Auflistung der Konstantinopel unterstehenden Bistümer nahm er eingangs auch auf den Apostel Andreas Bezug.218 Vermutlich war der Umstand, dass die Kirche Konstantinopels sich auf den Apostel Andreas zurückführte, ihm so selbstverständlich, dass es keiner eigentlichen Erklärung bedurfte.219

Keine zentrale Rolle, gelegentlich aber doch eine sichtbare, spielte die Andreaslegende mitunter in den zahlreichen Unionsverhandlungen und Disputationen zwischen Vertretern von Byzanz und dem Papsttum im 11. und 12. Jahrhundert. So führte der byzantinische Theologe Niketas Seides,220 der im Jahre 1112 an der Disputation mit dem Mailänder Erzbischof Pietro Grossolano in Konstantinopel teilnahm, u. a. auch den Apostel Andreas an. In der Auseinandersetzung mit dem Lateiner sprach er ausführlich über die Differenzen mit Rom. Daraus ging seine Schrift Λόγος καʼ πρὸς Ῥωμαίους hervor. Hier argumentierte er u. a. gegen den römischen Primatsanspruch (und natürlich behandelte er das Azymenproblem und das sog. Filioque). Er argumentierte ausführlich für die Pentarchietheorie, spricht allerdings nach einer komplizierten Beweisführung (die hier nicht wiederholt zu werden braucht221) Konstantinopel einen Vorrang zu!222 Er lässt zwar offen, ob es sich wirklich um einen Jurisdiktionsprimat handeln soll, doch argumentiert er in diesem Zusammenhang auch mit der Andreaslegende, die hier einen durchaus antipäpstlichen Charakter annimmt. Auch der Erzbischof Basileios Achridenos von Thessalonike betonte im Jahre 1155 in seinem Brief an Papst Hadrian IV. den apostolischen Charakter der Kirche Konstantinopels.223 Allerdings geht er nicht so weit wie Niketas Seides.

Am 30. August 1206, gut zwei Jahre nach dem katastrophalen Ausgang des 4. Kreuzzugs, der in |eine gnadenlose Plünderung Konstantinopels endete und in dessen Folge das sog. Lateinische Kaiserreich errichtet und ein lateinischer Patriarch installiert wurden, kam es in Konstantinopel zu einer Disputation des Nikolaos Mesarites mit dem Kardinallegaten Benedikt und dem lateinischen Patriarchen Thomas Morosini. All dies geschah im Kontext der Versuche der Lateiner, die byzantinisch-griechische Kirche zu einer Union zu bewegen (unter Anerkennung des römischen Primats, weshalb diese Versuche zum Scheitern verurteilt waren). Er kehrte das auf Petrus basierende römische Primatsargument um, denn Andreas (der Erstberufene) habe die Kirche von Byzantion / Konstantinopel vor der Ankunft des Petrus in Rom begründet. Konstantiopel habe also den Vorteil der Anciennität auf seiner Seite. Außerdem war er Petrus’ älterer Bruder.224 Die Bezeichnung πρωτόκλητος für Andreas taucht auch in seiner Beschreibung der Apostelkirche auf, was allerdings wenig bedeutet.225

Die Vorgänge des Jahres 1204 und die folgenden Jahrzehnte der Lateinerherrschaft hatten das Verhältnis zwischen der Ost- und der Westkirche dauerhaft zerrüttet. Dies spiegelt sich natürlich auch in dem umfangreichen Schrifttum wider, das gerade der antilateinischen Polemik gewidmet war.226 Es ist erstaunlich, dass es dennoch nur relativ wenige Rückgriffe (und wenn ja, dann eigentlich nicht gerade an prominenter Stelle) auf Andreas und Stachys gab.

VII. Apostolizität am Ende des 8. Jahrhunderts

Es scheinen die (kirchen-)politischen Entwicklungen am Ende des 8. Jahrhunderts im mediterranen Raum, insbesondere in Italien, gewesen zu sein, die die Ausgestaltung der Andreaslegende bedingten oder doch wenigstens beförderten.

Wie erwähnt kam es seit der Mitte des 8. Jahrhunderts zur Vollendung der Abtrennung des sog. östlichen Illyrikum,227 insbesondere Siziliens und Unteritaliens (aber auch Teilen Griechenlands [Thessalonike als ehemaliges römisches Vikariat] und Kretas) vom Papst und zu der Unterstellung dieser wichtigen Kirchenprovinzen unter den Patriarchen von Konstantinopel – übrigens ganz in Übereinstimmung mit dem eingangs erwähnten ekklesiologischen Konzept, nach dem sich die Kirchenstruktur der des Staates anzupassen habe.228 Und die betroffenen Gebiete gehörten nun einmal zum Byzantinischen Reich. Es handelte sich, das sei hervorgehoben, um einen längerfristigen Prozess, der spätestens am Ende des 7. Jahrhunderts fassbar geworden ist und der bis um 800 (und danach) andauerte, bis die Bistümer Unteritaliens, Siziliens und Griechenlands in das Patriarchat Konstantinopel integriert wurden.229 Etwa gleichzeitig wurde übrigens auch Isaurien, bis dahin zumindest theoretisch zum Patriarchat Antiocheia gehörend, Konstantinopel zugeschlagen.230 Die Datierung in die 50er Jahre des 8. Jahrhunderts (bzw. in die folgenden Jahre) erscheint sicher zu sein. Der Liber Pontificalis, das Medium der offiziellen päpstlichen Geschichtspropaganda, schweigt übrigens über die gravierenden Ereignisse, was mehr als auffällig ist. Vielleicht gehören diese Vorgänge in den Kontext der päpstlich-fränkischen Verhandlungen dieser Zeit, die zur sog. Pippinschen Schenkung führten? Ich habe diese Fragen an anderer Stelle ausführlich behandelt.231

Eine Folge war jedenfalls, dass nun in Unteritalien und Sizilien neue kirchliche Strukturen etabliert werden mussten. Insbesondere mussten Erzbistümer eingeführt werden. Bis dahin war es nicht dazu gekommen. Die sizilianischen und unteritalienischen Bistümer wurden direkt von Rom aus regiert. Es dauerte übrigens bis kurz nach 800 – die konkreten Vorgänge lassen sich nicht rekonstruieren –, bis sich dann Reggio di Calabria und Syrakus als Metropolen durchsetzten.232 Später kam Catania hinzu (allerdings lange ohne Suffragane).233 Bis dahin scheint es zu einem regelrechten Wettbewerb unter verschiedenen Bistümern dieser Region (und darüber hinaus!) gekommen zu sein. Eines der Mittel – und der »Wett-|bewerb« dauerte länger als ein halbes Jahrhundert – war die »Entdeckung«, dass die eigene Kirche ja auch apostolischen Ursprungs war. Das kannte man natürlich seit langer Zeit von Rom, wo die Päpste immer wieder und zuletzt anlässlich der sog. Pippinschen Schenkung gezeigt hatten, welche Macht zur Ordnung der Kirche, des kirchlichen Raums, wenn man so will, in der apostolischen Herkunft liegen konnte. Und genau diese Macht wollte man nun auch bei der Neuordnung Siziliens und Unteritaliens einsetzen. All das kann man oft sehr genau in die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts (oder den Anfang des 9.) datieren. Dieses Phänomen wurde in der Forschung schon mehrfach registriert und angesprochen.234 In Lentini (nordwestlich von Syrakus gelegen) entwickelte man den Kult der Heiligen Alphios, Philadelphos und Kyrenos.235 In Taormina besann man sich auf den Hl. Pankratios, einen der 70 Apostel, den Petrus selbst, noch in Antiocheia, geweiht und ihn als Bischof nach Sizilien gesandt habe.236 Ein gewisser (Pseudo-)Epiphanios verfasste seine höchst umfangreiche Vita,237 die die Grundlage der Verbreitung des Pankratios-Kultes darstellte. Syrakus reklamiert einen weiteren der 70, Markianos, für sich; auch dieser sei (wie Pankratios) von Petrus eingesetzt worden.238 All diese Details finden sich in der sehr umfangreichen Pankratios-Vita des Pseudo-Euagrios.239 Ursprünglich wurde in Syrakus ein Märtyrer namens Markianos (aus dem 3. Jahrhundert) verehrt; nun wurde er ins erste Jahrhundert transponiert und unter den 70 Aposteln entdeckt. Ein aus dem Ende des 8. Jahrhundert stammendes Enkomion stellte dies in aller Deutlichkeit dar. Messina entdeckte den (angeblichen) Apostelschüler Bachilus für sich.240 Die Kirche von Catania führte sich nun (vor 800) auf Beryllus zurück, ebenfalls ein Schüler des Petrus,241 der ihn in Catania einsetzt habe.242 Und Reggio di Calabria, Rhegium, hatte nun plötzlich Stephanos, der zusammen mit Paulus nach Rom ging und von diesem in den Süden geschickt wurde, um Rhegium zu missionieren. In der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts wurde die Stadt zum Erzbistum erhoben.243

Ein besonders schönes Beispiel stellt Palermo dar.244 Hier wurde ein Philippus verehrt, der nach seiner griechischen Vita (vielleicht aus dem 6. Jahrhundert) zur Zeit des Kaisers Arkadios (395–408) lebte, ein sehr unstetes Leben führte und schließlich bei einem Schiffbruch in Lebensgefahr geriet. Da erschien ihm Petrus in einer Vision, wies ihn den rechten Weg, d. h. wies ihn nach Rom, wo er ein frommes Leben begann und zum Presbyter geweiht wurde. Man entsandte ihn in die Nähe von Palermo, zum Ätna, wo der Eingang zur Hölle war. Hier sollte Philippos Dämonen bekämpfen, was er auch tat. Nun (wohl im 9. Jahrhundert) übersetzte man diese Vita ins Lateinische, mit den kleinen – aber entscheidenden – Änderungen, dass Philippos nunmehr zur Zeit Neros lebte und von Petrus höchstpersönlich bekehrt, geweiht und zum Ätna bzw. nach Palermo geschickt wurde.245 |

Aber diese Entdeckung der eigenen Apostolizität blieb nicht auf Sizilien und Unteritalien beschränkt. Hier nur wenige Beispiele: In Ravenna verehrte man seit langem den Hl. Apollinaris. Nun (2. Hälfte des 8. Jahrhunderts) entstand eine Passio S. Apollinaris, nach der der Heilige mit Petrus von Antiocheia aus (wie Pankratios nach Taormina und Markianos nach Syrakus) nach Italien kam und von diesem nach Ravenna gesandt wurde.246

Dies alles wusste auch Paulus Diaconus, wie in seinem Liber de episcopis Mettensibus247 (geschrieben ca. 784 im Auftrage Angilrams von Metz) zu lesen ist. Die Jahre bis 781 hatte er im Kloster Montecassino verbracht und war über die italienischen Verhältnisse sehr gut informiert. Petrus, so schreibt er schon in der Einleitung, habe in Rom Clemens248 als ersten Bischof nach Metz entsandt.249 Davor listet er die Metropolitansitze Norditaliens auf, die ihren Ursprung ebenfalls in von Petrus eingesetzten Bischöfen sahen: Apollinaris in Ravenna,250 Anatolius in Mailand, Marcus bzw. Hermagoras in Aquileia251 (Marcus, der Apostel, setzte Hermagoras in Aquileia ein, bevor er nach Alexandreia ging) und Leucius in Brindisi.252 Eine gewisse Ausnahme stellt Brindisi dar, denn zu diesem Zeitpunkt war die Stadt noch ein einfaches Suffraganbistum.253 Metz wird somit in diese illustre Reihe integriert. Die Kirche Mailands sei, wie gesagt, von dem Petrusschüler Anatolius begründet worden, allerdings taucht dieser nicht in den einschlägigen Listen der 70 Jünger auf.254 Gleiches lässt sich von Hermagoras sagen. Und einen Lucius kennen zwar die Kataloge, doch war dieser in Syrien aktiv.255 Dies konkurriert mit den Angaben im Apostelkatalog des Pseudo-Dorotheos aus dem 9. Jahrhundert, wonach der Apostel Barnabas der Begründer des Christentums in Mailand war.256 Aber noch vor 800 wurden beide Traditionen vereint: Anatolius wurde zum Schüler des Barnabas.257

Ist es vor diesem Hintergrund ein wirkliches Wunder, wenn man im ausgehenden 8. Jahrhundert die Reliquien des Apostels Jakobus fand? Auch Santiago di Compostella hat seinen Ursprung in diesem mediterranen Streben nach Apostolizität im ausgehenden 8. und beginnenden 9. Jahrhundert.258

Dass der Apostel Andreas genau in der Zeit, als die hier behandelten Schriften über ihn, seine Missionsreisen und schließlich seine Begründung der Kirche von Byzantion bzw. Konstantinopel eine allen sichtbare »Wirkung« entfachte, zeigt ein bemerkenswerter (und in den letzten Jahrzehnten oft behandelter259) Bericht in der bekannten Schrift De administrando imperio des Kaisers Konstantin VII. Porphyrogennetos über Vorgänge in der Gegend von Patras, dem Ort des Martyriums des Andreas gemäß der Überlieferung. Andreas trat nun persönlich in Erscheinung und bewirkte Wunderbares. Als im Jahre 805 die Slawen der Peloponnes Patras belagerten und die Lage höchst gefährlich geworden war, erschien der Apostel selbst, zu Pferde, und allein sein Erscheinen führte zu einem großen Sieg über die slawischen Aufständigen. Kaiser Nikephoros I.260 erließ daraufhin eine Privilegienurkunde (die vermutlich ca. 809 wiederholt oder ergänzt wurde) zugunsten der Stadt bzw. der Kirche von Patras. Patras wurde |zur Metropolis261 erhoben. Dem Apostel (also seiner Kirche) sollte die gesamte Beute zukommen wie auch die besiegten Slawen selbst.262 Dieses wichtige Ereignis, das letztlich durch vier Quellen bezeugt wird (was für den Beginn des 9. Jahrhunderts nicht oft vorkommt),263 wurde, so der gelehrte Kaiser Konstantin VII. († 959), mündlich überliefert. »Das erzählten die älteren und früher lebenden Leute und überlieferten es ungeschrieben den an Zeit und Leben späteren, …«264 Mithin ist natürlich davon auszugehen, dass die legendäre Involvierung des Apostels Andreas im Verlaufe des 9. Jahrhunderts entstand und mündlich tradiert wurde. Es bleibt der Umstand zu beachten, dass Patras als der Ort, an dem Andreas der Überlieferung nach das Martyrium erlitt und wo seine Verehrung stets präsent war,265 gerade in den Jahren, während derer die meisten der oben besprochenen Texte zur Andreaslegende entstanden und die Geschichte von der Einsetzung des Stachys sich allgemein zu verbreiten begann, im Kontext der Neuordnung der ehemaligen Gebiete des sog. östlichen Illyrikums sowie Unteritaliens und Siziliens eine erhebliche Aufwertung erfuhr.

In diese Beispielreihe gehört auch die Entstehung der Andreaslegende am Ende des 8. Jahrhunderts, nach meinem Dafürhalten zuerst in der Pseudo-Epiphanios-Liste. Wie aber kam es dann zu dieser inhaltlichen wie den Umfang betreffenden »Explosion« dieser Legende und die damit einhergehende Behauptung eines apostolischen Ursprungs der konstantinopolitanischen Kirche? Einen konkreten Anlass, etwa in den Beziehungen zu Rom, kann ich nicht entdecken. Das 7. Ökumenische Konzil von 787 ging zur Zufriedenheit Roms und der Kaiserin Eirene (das gilt auch für ihre Nachfolger bis 815) sowie der starken ikonodulen Kräfte in Byzanz aus. Zwar strapazierte Papst Hadrian in seinem in den Konzilsakten des Nicaenum II überlieferten Brief von 785 in ausführlicher Weise Petrus und Paulus, doch daran nahm man in Byzanz keinen Anstoß, wie auch an der dort vorgetragenen Forderung nach der Rückgabe der in den 50er Jahren des 8. Jahrhunderts an Byzanz übergegangenen ehemaligen päpstlichen Patrimonien in Unteritalien und Sizilien sowie der Rückübertragung der dem östlichen Patriarchen unterstellten Bistümer.266

Und so bleibt für mich nur ein Ereignis, das die explosionsartige Verbreitung der Andreaslegende nach dem Jahre 800 erklären könnte: die Kaiserkrönung Karls des Großen am 25.12.800, dem ersten Tag des neuen Millenniums. Damit wurde Byzanz ad oculos demonstriert, wozu ein Papst, ausgestattet mit apostolischer Autorität, in der Lage war. Er konnte sogar einen Kaiser kreieren. Zumindest in bestimmten monastischen und klerikalen Kreisen in Konstantinopel konnte dieser Eindruck entstehen und zum Auslöser einer umfangreichen literarischen Produktion werden. Zwar war man in Konstantinopel (zumindest am Kaiserhof; vielleicht nicht in weiteren Kreisen der hauptstädtischen Kirche) keineswegs völlig überrascht von den imperialen Ambitionen Karls des Großen. Er hatte mit Kaiserin Eirene immerhin diesbezüglich verhandelt, wobei offen ist, ob man zu einem Ergebnis gelangte.267 Das Vorgehen Papst Leos III. bei der Kaiserkrönung hatte vielleicht nicht nur Karl überrascht. Vorausgegangen war der Einsatz der Apostolizität zur Ordnung eines kirchlich-administrativen Vakuums (ich übertreibe etwas) in Unteritalien und Sizilien, ein Vorgang, der über Italien hinaus, im fernen Westen wie im fernen Osten, Resonanzen erzeugte.

VIII. Schlussfolgerungen

Die Texte, die die Andreas- bzw. Stachyslegende in aller Breite und Ausführlichkeit behandeln, stammen fast ausschließlich (nimmt man Niketas David Paphlagon aus dem Anfang des 10. Jahrhunderts aus) aus dem 9. Jahrhundert, beginnend unmittelbar nach dem Jahre 800. Vielleicht – doch |lässt sich das nicht mit der gewünschten Sicherheit beweisen (trotz einer nicht unerheblichen Wahrscheinlichkeit) – lassen sich erste Spuren noch ins 8. Jahrhundert datieren (Apostelliste des Pseudo-Epiphanios). Doch all die anderen oben behandelten Schriften gehören in die Zeit nach 800 und entstanden aller Wahrscheinlichkeit nicht lange nach diesem Epochenjahr.268

Vorbereitet wurde die rasche Entstehung und Fixierung dieser Legende von der apostolischen Gründung der Kirche der byzantinischen Hauptstadt (und damit des Byzantinischen Reiches überhaupt) durch eine in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts erkennbare (und bis ins 9. Jahrhundert reichende) Bewegung einer »Apostolisierung« der Ursprungsgeschichte vieler italienischer und fränkischer Bistümer – vermutlich auch ausgelöst durch den »Transfer des östlichen Illyrikum«, der Unterstellung der Bistümer eben des Illyricum orientale (mit großen Teilen Griechenlands, Thessaloniki, Kreta) sowie der sizilianischen und unteritalienischen Bistümer (die nie zum östlichen Illyrikum gehörten) unter den Patriarchen von Konstantinopel, ein Vorgang, der zwar langfristig war (und bereits im 7. Jahrhundert feststellbar ist [spätestens]), jedoch ab dem sechsten Jahrzehnt des 8. Jahrhunderts an Intensität und Breite gewann. Man stritt um die »Beförderung« zu Erzbistümern, da bis dahin Rom deren Funktion allein ausübte. Und dann kam es zu der eben etwas erwähnten Kaiserkrönung Karls des Großen am Weihnachtstag des Jahres 800. Byzanz arrangierte sich jedoch bald mit dem Westkaisertum,269 so dass auch dieses Konfliktpotential bald der Vergangenheit angehörte. Im Grunde war die Andreas- bzw. Stachyslegende eine Sache des 9. Jahrhunderts. Aber, einmal in der Welt, wurde sie doch immer wieder (und oft auch nicht, selbst wenn man aus heutiger Sicht erwarten könnte, sie käme zum Einsatz) zitiert. Konkrete Spuren hinterließ sie jedoch in der Liste der Patriarchen von Konstantinopel ab Andreas bzw. Stachys.

Insofern kann man von einem Versuch sprechen, dem Rechtsraum der Ostkirche Konstantinopels – man darf nicht vergessen, dass seit dem 7. Jahrhundert die anderen östlichen Patriarchate unter die Herrschaft des Islam gerieten und ihrer einstigen kirchenpolitischen Rolle verlustig gingen – eine im Ansatz apostolische »Rechtsbasis« zu verleihen. Dies blieb ein ephemerer Versuch bestimmter Kirchenkreise – keineswegs der Patriarchen und der Kirchenleitung –, der es nie schaffte, »offizielle« Politik zu werden. Dass die Andreas- bzw. Stachyslegende überdauerte und bis heute in der Liste der Patriarchen von Konstantinopel sowie in eher beiläufigen Formulierungen in der Liturgie lebt, zeigt nur ihre Faszination für Angehörige der orthodoxen Kirchen, steht man doch scheinbar auf einer Stufe mit der römischen Kirche, die ihrerseits dies angesichts der machtpolitischen Verhältnisse spätestens seit 1453 auch problemlos tolerieren konnte.

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Notes

1 Man denke an das sog. Akakianische Schisma – siehe dazu zuletzt Kötter (2013).

2 Zu den Normen der Ostkirchen siehe z. B. Milasch (1905) und zuletzt Troianos (2012a) und Troianos (2012b), jeweils mit der relevanten Literatur.

3 Siehe die Übersicht bei Kolbaba (2000); Bayer (2002).

4 Gahbauer (1993).

5 Siehe https://www.patriarchate.org.

6 Paulus lässt u. a. auch Stachys (… τὸν ἀγαπητόν μου) grüßen (in der sog. Grußliste Röm. 16,3–16). Er müsste mithin in Rom gewesen sein. Mehr erfährt man nicht über ihn. Die Echtheit des 16. Kapitels des Römerbriefes ist nicht unumstritten (siehe z. B. Wikenhauser [1964] 292 f.).

7 Zu diesem und weiteren Personen, die nicht in den in der folgenden Anm. zitierten Listen auftauchen, siehe unten bei den Anm. 198–201. Es ist immerhin bemerkenswert, dass man im Konstantinopler Patriarchat auch die außerhalb der genannten Listen erwähnten »Vorsteher« der Gemeinde von Byzantion anführt – obwohl es keineswegs sicher ist, dass es sich wirklich um Bischöfe handelte!

8 Im Kern entspricht diese Liste den sonst bekannten byzantinischen Listen der Patriarchen von Konstantinopel vor Metrophanes. Vgl. etwa Ps.-Nikephoros (de Boor 1880) 112–114; Beneševič (1926/1927) 101; PG 119, 909C–924C; Beneševič (1987) 231–236; Fischer (1884) 282 ff. (und passim); Konzilssynopse (2013) 58–60; Pseudo-Symeon (Markopoulos 1978) 108 f.

9 Siehe Bagnall / Cameron / Schwartz / Worp (1987); vgl. die Liste bei Fischer (1884) 283: … ὑπατικὸς καὶ συγκλητικὸς Ῥώμης; vgl. auch Ps.-Nikephoros (de Boor 1880) 113,11 f.; Ps.-Dorotheos (Schermann 1907) 149,11 f.: … ὑπατικὸς τῶν ἐν Ῥώμῃ καὶ στρατηλάτης …; Konzilssynopse (2013) 58,20–60.1; Beneševič (1987) 231.

10 Fischer (1884) 284: … ἀδελφὸς Πρόβου βασιλέως …; vgl. auch Ps.-Nikephoros (de Boor 1880) 114,1 f.; Ps.-Dorotheos (Schermann 1907) 150,13 f.; Konzilssynopse (2013) 60,27 f.; Beneševič (1987) 232.

11 Fischer (1884) 284: …, υἵος μὲν τοῦ προγεγραμμένου ἐπισκόπου Δομετίου, ἀδελφὸς δὲ τοῦ μετὰ τὸν Δομέτιον ἐπισκοπήσαντος Πρόβου …; Ps.-Dorotheos (Schermann 1907) 150,22–151,1; Ps.-Nikephoros (de Boor 1880) 114,14–17; Konzilssynopse (2013) 60,28 f.; Beneševič (1987) 232; siehe dazu schon Winkelmann (1966) 68 f. Ausführlicher zu diesen Listen der Bischöfe von Byzantion (vor Metrophanes) unten bei Anm. 198–201.

12 Zum Kaiser Probus (Imperator Caesar M. Aurelius Probus Augustus; reg. 276–282) und seiner Verwandtschaft siehe etwa Henze, in: RE II (1896) 2516–2532; PLRE I, 736. Es gibt natürlich nicht die Spur einer Quelle, die die hier postulierten Verwandtschaftsverhältnisse beweisen könnte.

13 In einigen Texten (siehe unten bei Anm. 167) wird der Märtyrer Adrianos als Bruder des Dometios bezeichnet.

14 Schema nach Winkelmann (1966) 68.

15 Bei allen Einschränkungen! Siehe Caspar (1926).

16 Siehe unten bei Anm. 26–28.

17 Siehe gleich Anm. 20.

18 Greg. Turon., Liber (Bonnet 1885) 381,25–30 (Kap. 8) = Greg. Turon., Liber (Prieur 1989) 587: Andreas verlässt Nikomedeia, nimmt ein Schiff und fährt durch den Hellespont nach Byzantion (…, ingressusque Helispontum fretum, navigabat, ut veniret Bizantium. …). Nach einem großen Sturm, den Andreas durch sein Gebet besänftigte, kam man nach Byzantion (Ereptique omnes a praesenti discrimine, Bizantium pervenerunt). Siehe auch MacDonald (1990) 212/213 (mit englischer Übersetzung). Vgl. BHL 430; CANT 225.II; Kahl (1989) 21–23; van Kampen (1991); Burnet (2014) 285–289.

19 So Prieur (1989) 87 f.

20 Dvornik (1958) 189: Die apokryphe Andreasakten waren seit dem 5. Jahrhundert gut bekannt im lateinischen Westen; für Byzanz fehlen Zeugnisse aus dieser Zeit; vgl. auch Prieur (1988) 4385–4388. Die erhaltenen Fragmente der (griechischen) Andreasakten enthalten keine Erwähnung von Byzantion: siehe Acta Andreae (Prieur 1989); Prieur / Schneemelcher, in: Hennecke / Schneemelcher II (1997) 93–137.

21 So Gregor von Tours in seinem Prooimion: Greg. Turon., Liber (Bonnet 1885) 377,17 (Kap. 8) = Greg. Turon., Liber (Prieur 1989) 568. Siehe noch Dvornik (1958) 185 f.

22 Zu ihm siehe B. Dümler, in: LACL (1998) 267.

23 Filastrius 256 (Kap. 48.6) (Heylen 1957): Nam Manichei apocryfa beati Andreae apostoli, id est Actus quos fecit ueniens de Ponto in Graeciam quos conscripserunt tunc discipuli sequentes beatum apostolum, unde et habent Manichei et alii tales Andreae beati et Iohannis Actus …; vgl. Kahl (1989) 10; Roig Lanzilotta (2007) 56, 96 f.

24 Siehe oben Anm. 5.

25 Zu ihm siehe das PLP 21470; A. M. Talbot, in: ODB 2077 f.

26 Alle Details jetzt bei Hack (2014); E. Rizos, in: RAC Lfg. 210 (2015) 79.

27 Zum 31. Oktober – Martyrologium Romanum 1940, 486: Constantinopoli sancti Stachis episcopi, qui a beato Andrea apostolo primus eiusdem civitatis episcopus ordinatus est. Zum Martyrologium Romanum vgl. V. Saxer, in: LThK3 VI (1997) 1447. Zur Entwicklung der Andreasverehrung in Rom im 20. Jahrhundert siehe z. B. Suttner (1983).

28 Siehe die ausführliche Darstellung bei Podskalsky (1982), bes. 11–13 (mit umfangreicher Bibliographie) und passim; siehe auch Podskalsky (2000) 26; Čičurov (1992).

29 Dagron (1974); Mango / Dragon (1995) usw.

30 Beck (1959) 161; Külzer (2008) 398–408, bes. 399 f.

31 Siehe die Bemerkungen bei Brandes (2014) 195 f.; Michel (1959) 14 ff.

32 Siehe Dvornik (1966); Horn (1982); Carrasco Ruoco (1990); Blaudeau (2012) u. a.

33 Einzelheiten bei Winkelmann (1966); siehe z. B. auch S. Felbecker, in: LThK3 I (1993) 365. In den Teilnehmerlisten des ersten ökumenischen Konzils tauchen weder Metrophanes noch Alexandros auf – siehe Patrum Nicaenorum nomina 1898 (1995).

34 COGD (2006) 66: Περὶ τοῦ μετὰ τὸν Ῥώμης ὅτι δεύτερος ὁ Κωνσταντινου πόλεως. Τὸν μέντοι Κωνσταντινου πόλεως ἐπίσκοπος ἔχειν τὰ πρεσβεῖα τῆς τιμῆς μετὰ τὸν ‘Ρώμης ἐπίσκοπον διὰ τὸ εἶναι αὐτὴν νέαν ‘Ρώμην. Übersetzung nach COD (1973) 32. Zur Problematik siehe die Einleitung (nebst Bibliographie) von A. M. Ritter, in: COGD (2006) 35–54; Ohme (2012) 51 f.; Beck (1956) 32 f.

35 Zur Zählung der chalkedonensichen Kanones siehe etwa E. Mühlenberg, in: COGD (2006) 123 oder Ohme (2012) 66 und die dort angegebene Literatur.

36 COGD (2006) 150: … Καὶ γὰρ τῷ θρόνῳ τῆς πρεσβυτέρας Ῥώμης διὰ τὸ βασιλεύειν τὴν πόλιν ἐκείνην οἱ πατέρες εἰκότως ἀποδεδώκασι τὰ πρεσβεῖα καὶ τῷ αὐτῷ σκοπῷ κινούμενοι οἱ ρν΄ θεοφιλέστατοι ἐπίσκοποι τὰ ἴσα πρεσβεῖα ἀπένειμαν τῷ τῆς νέας Ῥώμης ἁγιωτάτῳ θρόνῳ, εὐλόγως κρίναντες τὴν βασιλείᾳ καὶ συγκλήτῳ τιμηθεῖσαν πόλιν καὶ τῶν ἴσων ἀπολαύουσαν πρεσβείων τῇ πρεσβυτέρᾳ βασιλίδι Ῥώμῃ καὶ ἐν τοῖς ἐκκλησιαστικοῖς ὡς ἐκείνην μεγαλύνεσθαι πράγμασιν δευτέραν μετʼ ἐκείνην ὑπάρχουσαν …; Übersetzung nach COD (1973) 99 f.

37 COGD (2006) 150.

38 COGD (2006) 145: Εἰ δέ τις ἐκ βασιλικῆς ἐξουσίας ἐκαινίσθη πόλις ἢ αὖθις καινισθείη, τοῖς πολιτικοῖς καὶ δημοσίοις τύποις καὶ τῶν ἐκκλησιαστικῶν παροικιῶν ἡ τάξις ἀκολουθείτω; Übersetzung nach COD (1973) 95.

39 Siehe die einzelnen Beiträge bei Zerbi et al. (1991); Maccarrone (1991) und Ehret (2013).

40 Siehe etwa A. Papadakis, in: ODB 675 f.; Vailhé (1908); Laurent (1948) u. a.

41 Dazu zuletzt (mit umfassender Behandlung der relevanten Quellen) Kötter (2013).

42 Dvornik (1958).

43 Prieur (1989), (1988); Prieur / Schneemelcher, in: Hennecke / Schneemelcher II (1997) 93–137; Lipsius (1883/1890); Flamion (1911); Roig Lanzilotta (2007); CANT 225–240; zuletzt Burnet (2014) 257–304 (mit umfangreichen Literaturangaben).

44 Schermann (1907); Lipsius (1883/1890); Bonnet (1894), (1898); Hergenröther I (1867) 9 f., 572 und 659 ff. u. a.

45 Siehe z. B. Hergenröther I (1867) 659 f.

46 Passio Artemii c. IX und XVII (Kotter 1988) 206,7–9 und 211,16–18; auch in Philostorgios (Bidez / Winkelmann 1981) 31,26–32,23 (Passio Artemii); 32,1–4; 156,1–2 (Passio Artemii); 210,14–16 (sog. arianischer Historiograph). Zu Philostorgios siehe zuletzt Meyer (2011).

47 Siehe zu ihm Schermann (1907) 348.

48 Siehe Mango (1990).

49 Burgess (2003); anders Woods (1991).

50 Pillinger (1994). Es ist bemerkenswert, dass Renate Pillinger, die den Apostel Andreas in der Kunst bis zum 7. Jahrhundert untersuchte, keine Bezüge zur Andreaslegende fand.

51 Siehe etwa Müller-Wiener (1977) 405; Heisenberg (1908) 101 f. und 118 f.; Mango, in: ODB 940; Downey (1950); Downey (1951); Epstein (1982).

52 Proc., De aed. (Haury 1964), 24,28–25,27. Übersetzung nach Veh (1977) 45/47.

53 Dvornik (1958), bes. 161 f.

54 Vita Symeonis Stylitae (Papadopoulos-Kerameus 1894).

55 Siehe van den Ven in seiner Einleitung zur Vita Symeonis Stylitae iunioris (van den Ven 1962) 102*; die noch von Dvornik vertretene Zuweisung der Vita an den Erzbischof Arkadios von Konstantia auf Zypern (zu diesem siehe Brandes [2001] 197; vgl. auch Déroche [1995] 26 mit Anm. 40) ist heute als hinfällig zu betrachten. Der Irrtum geht auf eine (wohl falsche) Anmerkung des Ioannes von Damaskos zurück. Siehe jetzt Efthymiades / Déroche (2011) 52 f.

56 Vita Symeonis Stylitae iunioris 1962 (van den Ven), cap. 202,1 (S. 176), 205,2 (S. 178) (Konstantinopel) (= Vita Symeonis Stylitae [Papadopoulos-Kerameus 1894] 608a und 609a) sowie cap. 72,1 f. (I, S. 62).

57 Dvornik (1958) 162 hat noch die überholte Datierung 620–629; siehe hingegen jetzt Konidaris (1982) 55 f.; Dölger / Müller (2009) Nr. 172a.

58 Zu ihm siehe van Dieten (1972) 1–56; Winkelmann (2001) 258–260.

59 Zu den Novellen des Herakleios siehe Troianos (2011) 151 f.

60 Die handschriftliche Überlieferung setzt erst im 10. Jahrhundert ein. Siehe Konidaris (1982) 35–39.

61 So Dvornik (1958) 162; siehe schon Hergenröther I (1867) 198 mit Anm. 10.

62 Dvornik (1958) 161 f.

63 Vita des Theodor von Sykeon (Joannou 1884) 437 (cap. 82) und 484 (cap. 135) = Vita des Theodor von Sykeon (Festugière 1970) 70 (cap. 82,13) und 108 (cap. 136,12). Zu dieser Vita siehe jetzt Efthymiades / Déroche (2011) 71 f.

64 ACO II,2/1–2 (Riedinger); CPG 9416–9442b; Winkelmann (2001) 161–163 (Nr. 161).

65 Dvornik (1958) 162.

66 ACO II, 2/2, 830,6 (Riedinger).

67 CPG 9437 (2).

68 Brandes (1993/1994); PmbZ 6150.

69 Van Dieten (1972) 166–173; PmbZ 2954.

70 Grumel 1932, Nr. 320; Agathon, in: ACO II, 2/2, 899,13–900,4 (Riedinger); Theoph. (de Boor 1883), 381,20–22 (vgl. Theoph. [Mango / Scott 1997] 530); Nik. 48,8–14 (46 Mango); PmbZ 6150.

71 Siehe zu ihm PmbZ 132; Winkelmann (2001) 187.

72 Zur lateinischen Übersetzung siehe Riedinger, in: ACO II, 2/2, XXIV–XXX.

73 ACO II, 2/1–2 (Riedinger), 20,17; 22,2; 22,9; 24,18; 32,19; 42,21; 44,2; 58,3 f.; 108,13 und 110,12 (Papst Theodor I.); 130,22 (Papst Martin I.);166,21; 178,3.7; 244,20; 276,17; 284,14; 286,14; 290,25; 340,18; 362,4.11; 376,24; 378,11; 380,5; 384,21; 386,11; 388,9; 494,18; 498,11; 506,1; 532,19; 736,5; 778,17; 822,26; 830,4; 870,3.27; 874,16; 884,10; 20,17; 140,4; 496,1.5; 506,1; 638,12; 644,11; 754,9; 874,17; 870,7 (Papst Agatho).

74 Sacra Constantini IV imperatoris ad Domnum papam (12.8. 678), in: ACO II,2/1, 4,15; 6,10.16; 8,14; 12,7.9 (Riedinger); CPG 9416; vgl. Dvornik (1958) 163 f.

75 ACO II, 2/2 (Riedinger), 594,24 (actio XIII; CPG 9432); 778,11 (Glaubensbekenntnis des Konzils; CPG 9437 [1]); 830,8 (Zusatz des Agathon – siehe eben bei Anm. 72) – Alexandreia (mit Bezug auf den Apostel Markos); ebenda 778,15 (Glaubensbekenntnis des Konzils; CPG 9437 [1]); 891,4 (Brief des Konzils an Papst Agatho; CPG 9437.3) – Jerusalem.

76 Dvornik (1958) 164.

77 Darrouzès (1970) 355–357.

78 Zu den Details siehe PmbZ 3709 (Konstantinos) und 7321 (Theodoros).

79 Ab der 17. Sitzung firmierte Theodoros als archidiakonos.

80 ACO II, 2/2, 694,9–11; 764,25–27; 711,28; 711,28–30 (im nur lateinisch überlieferten Teil der actio XVII) (Riedinger); aber: a. a. O. 672,20–23 – ohne apostolikos!

81 ACO II, 2/1–2, 266,26–29; 284,3–6; 408,16–19; 522,5–7; 576,21–24; 636,22–25 (Riedinger).

82 Alle Details der nicht unkomplizierten Entwicklung der Ämter bzw. Titel des Agathon in PmbZ 132 (mit weiterer Literatur).

83 Siehe oben bei Anm. 72 und 75.

84 ACO II, 2/2, 898,7–901,12 (Riedinger); CPG 9442a.

85 ACO II, 2/2, 900,18 f. (Riedinger).

86 Dvornik (1958) 164.

87 Zur Pentarchietheorie siehe Gahbauer (1993), der allerdings (S. 87) die fragliche Stelle (ACO II, 2/2, 830,4–16 [Riedinger]) völlig falsch deutet bzw. ihr eine Bedeutung zumisst, die sie nicht hat (indem er sie direkt Konstantin IV. zuschreibt).

88 Dvornik (1958) 164.

89 Siehe eben bei Anm. 72 und 75.

90 Ps.-Epiphanios (Schermann 1907); CPG 3780; BHG 150–150d, 150m; vgl. auch Alexakis (1996) 87–91.

91 Zu ihm siehe W. A. Löhr, in: LACL (2002) 226–228.

92 Siehe Burnett (2014) mit der älteren Literatur; siehe schon Schermann (1907), passim; Kahl (1989) 24–36.

93 Ps.-Epiphanios (Schermann 1907) 120,19–21: κ´ Στάχυς, οὗ καὶ αὐτοῦ ἐν τῇ αὐτῇ ἐπιστολῇ μέμνηται ὁ Παῦλος, ἐπίσκοπος πρῶτος Βυζαντίου κατέστη ὑπὸ Ἀνδρέου τοῦ ἀποστόλου ἐν Ἀργυροπόλει τῆς Θρᾴκης.

94 So zuletzt Burnett (2014) 58 (»certainement antérieure au IXe siècle«).

95 Schermann (1907) 49, 349 ff.; Dvornik (1958) 173–178; Kahl (1989) 25. Ähnlich verhält es sich mit der Liste des Pseudo-Hippolytos (Ps.-Hippolytos [Schermann 1907]); CPG 1911–1913; BHG 153–153b. Hier wird (S. 168,20) Stachys als 23. Apostel der 70 aufgelistet (ohne weitere Angaben).

96 Sokrates (Hansen 1995) 373,29–31 (VII,25,112–13); siehe Janin (1964) 468; Kahl (1989) 117; ausführlich Külzer (2006) 263 f.

97 Schermann (1907) 313 und Ps.-Epiphanios 1907, 118 in app., crit. (Schermann); Kahl 1989, 34 f.

98 Prophetarum vitae fabulosae (Schermann 1907) XIII–XVIII, 107.

99 Dolbeau (2012) 227–242, Text: S. 235–242; hier S. 239 (Nr. XXIII): Stachis, unius et ipse in ea que est ad Romanos meminit, quem et Andreas apostolus Ponticum mare denauigans in Argiropoli Thraces episcopem Bizantii constituit. Auch Dolbeau a. a. O. Anm. 20a verweist auf den Umstand, dass der Text auf Pseudo-Dorotheos zurückgeht.

100 Schermann (1907) 313: »Daher liegt die Vermutung nahe, daß Bb [b = lateinische Übersetzung, wie in der vorhergehenden Anm. notiert] nach Pseudo-Dorotheus ergänzt und teilweise neuredigiert wurde, …« Für diese Schlussfolgerungen präsentierte Schermann weitere Belege (die hier nicht wiederholt werden müssen). Zu Pseudo-Dorotheos siehe gleich bei den Anm. 122–125.

101 Vgl. auch die bedenkenswerte Schlussfolgerung von Kahl (1989) 35: »Daß in der Ps.-Epiphanios-Apostelliste ursprünglich auch der Name des Stachys genannt wurde, ist auf der handschriftlichen Grundlage, die Schermann zur Verfügung stand, nicht zu erweisen.«

102 Zum Beispiel Beck (1959) 560 mit Verweis auf Dölger (1953) 111–113.

103 Narratio seu martyrium Andreae (Bonnet 1894); BHG 99; CANT 229.

104 Dvornik (1958) 172 f. (nach 733 oder 757); so auch Roig Lanzilotta (2007) 7, 63 Anm. 73; Winkélmann (1966) 49.

105 Schon Flamion (1911) 62–69 zeigte, dass dieser Text aus dem 9. Jahrhundert stammt. Siehe auch Prieur (1989) 121.

106 Siehe unten bei Anm. 122–125.

107 Kahl (1989) 57 f. (mit der älteren Literatur).

108 Siehe dazu Kahl (1989) 18–20; Blatt (1930).

109 Narratio seu martyrium Andreae (Bonnet 1894) 358 (Kap. 8): Ἐκεῖθέν τε αὖθις ἐξελθὼν διὰ τοῦ αὐτοῦ Εὐξείνου πόντου τοῦ εἰσρέοντος πρὸς τὸ Βυζάντιον δεξιοῖς μέρεσιν ἐχώρει. καὶ πρός τινα χώραν καλουμένην Ἀργυρόπολιν καταλαβὼν καὶ ἐκεῖσε ἐκκλεσίαν δειμάμενος τὸν ἕνα τῶν ἑβδομήκοντα μαθητῶν Στάχυν ὀνόματι, οὗ καὶ Παῦλος ὁ ἀπόστολος, τὸ στόμα Χριστοῦ, τὸ σκεῦος τῆς ἐκλογῆς, ἐν τῇ πρὸς Ῥωμαίους μέμνηται, ἐπιστολῇ ἀγαπητὸν αὐτὸν ὄντα, χειροτονήσας τοῦ Βυζαντίου ἐπίσκοπου καὶ καταλιπὼν δι αγγέλλειν τὸν σωτήριον λόγον, διὰ τὴν ἐκεῖσε ἐπικρατοῦσαν τότε εἰδωλικὴν ἀθεότητα καὶ τὴν τοῦ τυράννου καὶ εἰδωλομανοῦς Ζευξίππου ὠμότητα τοῦ ἐν αὐτῷ προκαθεζομένου αὐτὸς πρὸς τοῖς δυτικοῖς μέρεσιν ἀπῄει, καταφωτίζων ταῖς ἐνθέοις αὐτοῦ διδαχαῖς καὶ τὴν δυτικὴν ἀμαυρότητα. Διελθών τε τὴν Θεσσαλίαν καὶ Ἑλλάδα καὶ τοὺς ἐν αὐταῖς πόλεσιν τὸ τῆς οἰκονομίας Χριστοῦ τοῦ Θεοῦ μυστήριον ἐκθέμενος αὐτόθεν μέτεισιν πρὸς τὴν Ἀχαΐαν.

110 Hinzu kommt der Vorwurf der Tyrannis.

111 Brandes (2005b) 102–117 zur Benutzung des Namens Manes (dem Begründer des Manichäismus) und davon abgeleiteten Begriffen wie mania usw. in der Polemik des Bilderstreits des 8. und 9. Jahrhunderts.

112 Ausführlich dazu Brandes (2014) 187 ff. und unten bei den Anm. 227 ff. Es handelt sich um einen längeren Prozess der spätestens im ausgehenden 7. Jahrhundert deutlich erkennbar ist.

113 Brandes (2014).

114 Janin (1969) 275 f.

115 PG 120, 216–260 (nach A. Dressel, Epiphanii monachi et presbyteri edita et inedita. Paris, Leipzig 1843, 45–82 [non vidi]); BHG 102; CANT 233. Neue Ausgabe: Kahl (1989) Anhang 1–29 (eigentlich »nur« eine Transkription des Textes nach dem Codex Scorial. Y II 6, 226v–246r, der aber wesentlich besser als die alte Ausgabe von Dressel ist, der diese Handschrift nicht benutzte). Vgl. auch Prieur (1989) 121 f.; Ševčenko (1977) 113 mit Anm. 2; Efthymiadis (2011b) 107; Beck (1959) 513; PmbZ 1590; Brubaker / Haldon (2001) 206 (mit weiterer Literatur).

116 Mango (2002); siehe aber auch Kahl (1989) 122, der auf u. a. der Basis geographischer Angaben für das Ende des 9. Jahrhunderts plädiert! Doch stammt die von ihm herangezogene Handschrift (Cod. Scor. Y II 6) aus dem 12. Jahrhundert, so dass stets mit Ergänzungen, Erweiterungen usw. gerechnet werden muss. Bis eine wirklich kritische Edition vorliegt, die seine Schussfolgerungen veri- oder falsifizieren, scheinen mir die älteren Datierungsargumente (in die Zeit kurz nach 815), wie sie etwa schon Dräseke (1895), Diekamp (1898) 134–145 und Dvornik (1958) 225 vorgelegt und begründet haben, mehr an Relevanz zu besitzen, zumal auch Mango (2002) ihnen folgt. Siehe aber auch Beck (1959) 513, der den Text in die Jahre 800–813 datiert, aber auch das Ende des 9. Jahrhunderts nicht ausschließen will (unter der Voraussetzung, dass Photios die Andreaslegende erfunden habe, was aber sehr unwahrscheinlich ist).

117 Kahl (1989) Anhang, 1.

118 Dazu vgl. man den interessanten Aufsatz von Mango (2002) und Kahl (1989) 68–120 (Kommentar).

119 Dazu siehe bei Anm. 110.

120 Eine Kirche oder Kapelle der Thetokos auf der Akropolis ist nicht bekannt. Niketas David Paphlagon (erste Hälfte 10. Jahrhundert; siehe zu ihm Paschalides [1999]; zu seiner Andreasvita siehe ebenda 157–159), der ausführlich diese Vita benutzte, versuchte durch zusätzliche Angaben dieses Problem zu lösen – Nicetas, Laudatio (Bonnet 1894) 334,29–335,6 (Kap. 32–32) – die kurze Passage über Stachys; ebenda 335,3–6 weitere Angaben zur Kapelle auf der Akropolis; zu diesen topographischen Fragen siehe ausführlich Mango (2002) 263.

121 Kahl (1989) Anhang 23: [66] Τότε δὲ ἡ Ἀργυρόπολις ηὔχει, καὶ κατέστησεν Στάχυν ἐπίσκοπον τῆς Ἀργυροπόλεως. καὶ εἰς τὴν ἀκρόπολι(ν) τοῦ Βυζαντίου καθιέρωσεν εὐκτήριον τῆς ἁγίας Θ(εοτό)κου, ὁ ἔστιν μέχρι τῆς σήμερον.

122 Ps.-Dorotheos (Schermann 1907); Schermann (1907) 351 f.; Dvornik (1958) 178 ff.; Kahl (1989) 43 f. (datiert in die Zeit des Photios, also ebenfalls 2. Hälfte 9. Jahrhundert).

123 Gemeint ist sicher Ὀδύσσος, das heutige Varna an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Niketas Papglagon (zu ihm siehe unten bei Anm. 151) übernahm diesen sonst nicht überlieferten Namen.

124 Theoph. (de Boor 1883) 24,20–33: τότε καὶ Δωρόθεος, ἐπίσκοπος Τύρου, ὁ ἐπὶ Διοκλητιανοῦ πολλὰ κακο παθήσας καὶ ἐξορίας καὶ βάσανα ὑπομείνας, ἤκμαζεν, πλεῖστα συγγράμματα καταλιπὼν Ῥωμαϊκὰ καὶ Ἑλληνικά, ὡς ἀμφοτέρων γλωσσῶν ἐμπειρότατος καὶ πολυΐστωρ δι’ εὐφυΐαν γενόμενος. οὗτος ἀκριβῶς καὶ περὶ τῶν ἐπισκόπων τοῦ Βυζαντίου καὶ ἄλλων πολλῶν τόπων διεξῆλθεν. ὁ αὐτὸς ἐπανελθὼν ἐκ τῆς ἐξορίας καὶ ἐν τῇ συνόδῳ εὑρεθείς, καταλαβὼν τὴν ἰδίαν παροικίαν διήρκεσεν ἕως Ἰουλιανοῦ τοῦ παραβάτου. καὶ ἐπειδήπερ οὐ προφανῶς ἀλλὰ κρυπτῶς διὰ τῶν ἀρχόντων ὁ μιαρὸς ἀνὴρ εἰς τοὺς Χριστιανοὺς παροίνει, πάλιν ὁ μακάριος Δωρόθεος κατέλαβε τὴν Ὀδυσσόπολιν, ἔνθα καὶ συσχεθεὶς ὑπὸ τῶν ἀρχόντων Ἰουλιανοῦ καὶ πολλοὺς ὑπομείνας αἰκισμοὺς ἐν βαθυτάτῳ γήρᾳ διὰ τὴν εἰς Χριστὸν ὁμολογίαν ταῖς βασάνοις ἐναπέθανεν ρζʹ ἐτῶν ἤδη τυγχάνων. Vgl. Theoph. (Mango / Scott 1997) 38.

125 Siehe nur Dvornik (1958) 156 ff.; Schermann (1907) 133 ff., 144 ff.; Kahl (1989) 37–47; K.-H. Uthemann, in: LThK3 III (1995) 348 f.; J. Dummer, in: LThK3 III (1995) 349; R. Aubert, in: DHGE XIV (1960) 691 f.; de Gaiffier (1956) 19 f. Der im 458 erlassenen Codex Encyclius Kaiser Leons I. (ACO 2,5, 42–44; CPG 9089; vgl. Schnitzler [1938]) erwähnte Dorotheos von Tyros hat nichts mit dem fiktiven Dorotheos zu tun. Schermann (1907) 178–182 stellte Überlegungen an, ob es nicht vielleicht doch eine literarische Vorlage gegeben habe, die tatsächlich von einem (sonst unbekannten) Dorotheos aus Tyros stammt. Da sich von einer derartigen Schrift nicht die geringste Spur finden lässt, scheidet diese Möglichkeit aller Wahrscheinlichkeit nach aus.

126 Ps.-Dorotheos (Schermann 1907) 137,7–10: κγ´ Στάχυς, οὗ καὶ αὐτοῦ ἐν τῇ πρὸς Ῥωμαίους μέμνηται, ὃν καὶ Ἀνδρέας ὁ ἀπόστολος τὴν Ποντιδικὴν θάλασσαν διαπλέων ἐν Ἀργυροπόλει τῆς Θρᾴκης ἐπίσκοπον τοῦ Βυζαντίου κατέστησεν.

127 Ps.-Dorotheos 159,19 (Schermann 1907).

128 Siehe bei Anm. 110 und 119.

129 Ps.-Dorotheos (Schermann 1907) 146,11–147,6: Ὁ γὰρ Ἀνδρέας ἐπὶ τὸν Πόντον διαπερούμενος ἤθελεν τοῖς ἐν τῷ Βυζαντίῳ τὸν Χριστὸν καταγγεῖ λαι. Ἀλλ’ ἐπειδήπερ Ζεύξιππος τὸν τόπον τότε ἡγεμονεύων αἱμοβόρος τις ὢν πάντας τοὺς προσβάλλοντας ξένους τῷ Βυζαντίῳ πρότερον διερωτωμένους τὰ περὶ τοῦ Χριστοῦ, εἶθ’ οὕτως εἰσιέναι συνεχώρει. Καὶ ἐάν τις ὡμολόγησεν τὸν Χριστόν, εἰς δέσμα τοῦτον εὐθὺς καὶ παρ’ αὐτὰ δεσμευθέντας τοὺς πόδας τε καὶ χεῖρας θαλαττοῦσθαι προσέτασσεν. Διὰ τὴν τοιαύτην οὖν ὠμότητα παραπλεύσας ὁ Ἀνδρέας τὸ Βυζάντιον, κατῴκησεν ἐπὶ διετῆ χρόνον πλησίον τοῦ Βυζαντίου τῷ Θρᾳκίῳ μέρει ὡς ἀπὸ σταδίου ἑνὸς τῆς Ἀργυροπόλεως, ἐκεῖ ἐπὶ συναγωγὴν τῶν ἐνθέσμων καὶ φιλαλήθων ἀνδρῶν ποιούμενος. Ὡς οὖν περὶ τοὺς δισχιλίους ἐπισυνάξας τῷ Χριστῷ θυσιαστήριον ἑδράσας ἐν τῇ Ἀργυροπόλει καὶ τὸν Στάχυν ἐπίσκοπον καταστήσας εἰς Σινώπην τοῦ Πόντου μεθίσταται.

130 Theoph. (de Boor 1883) 169,24; Marcellinus Comes (Mommsen / Croke 1995) 42 und 123 (Kommentar); siehe (u. a.) Ensslin (1951); Rosi (1898); Löwe (1953); Goubert (1958); Caspar (1933) 185 ff. und bes. 766 f.

131 Siehe Chronicon Paschale (Dindorf 1832) 616,12; vgl. Bagnall / Cameron / Schwartz / Worp (1987) 585; Ps.-Dorotheos (Schermann 1907) 151,13.

132 Ps.-Dorotheos (Schermann 1907) 151,11–152,7: Ταῦτα ὁ πανάριστος Δωρόθεος ἐν Ῥωμαικοῖς συγγράμμασι καταλέλοιπεν, ἀντεβλήθησάν τε καὶ παρ’ ἡμῶν ἐν ὑπατείᾳ Φιλοξένου καὶ Πρόβου, ὁπηνίκα Ἰωάννης ὁ ἐπίσκο πος Ῥώμης ἤλυθεν ἐν Κωνσταντινου πόλει. Προτραπεὶς γὰρ ὑπὸ τοῦ τῆς πόλεως ἀρχιεπισκόπου συλλειτουργῆ σαι αὐτῷ ἐν τοῖς γενεθλίοις τοῦ Χριστοῦ, ἀπηγόρευσε τοῦτο ποιῆσαι, ἐὰν μὴ πρῶτος τοῦ τῆς πόλεως ἐπισκόπου ἱερατεύσῃ, ὅσα τε δὴ τῆς Ῥώμης πρὸ Κωνσταντινουπόλεως ἐπισκόπου δεξαμένης. Κινήσεως οὖν ἐκ τούτου γεναμένης ἐκ τῶν συγ γραμμάτων τοῦ μεγάλου Δωροθέου τὴν σύστασιν οἱ Κωνσταντινουπόλεως ἐποιοῦντο, δεικνύντες προγενεστέραν τῆς Ῥώμης τὴν Κωνσταντινουπό λεως εἶναι ἐπισκοπήν. Ἰωάννης δὲ ὁ Ῥωμαίων ἐπίσκοπος τὸ μὲν σύγ γραμμα Δωροθέου ἀληθὲς εἶναι διεβεβαιοῦτο, προτιμᾶσθαι δὲ τοῦ τῆς πόλεως ἐπισκόπου ἔλεγεν διὰ τὸ τοῦ κορυφαιοτάτου τῶν ἀποστόλων τὸν τόπον ἐπέχειν, καὶ τούτου ἕνεκεν τὰ πρωτεῖα αὐτῷ παρεχωρήθη, οὐ μὴν διὰ τὸ προϋπάρχειν τὴν τῆς Ῥώμης ἐπισκοπὴν τῆς Κωνσταντινουπόλεως.

133 Vgl. z. B. Herbers (1993); Brandes (2014) 140.

134 Kahl (1989) 44 ff.

135 Ps.-Nikephoros (de Boor 1880); vgl. Mango, in: Nik. (Mango 1990), 2–4 (Einleitung); Mango (1986); Ševčenko (1992) 284.

136 Winkelmann (1966) 49 Anm. 19.

137 Siehe oben Anm. 132.

138 Zum Datum siehe Konzilssynopse (2013) 25–28 und jetzt besonders Kaiser (2014), der eine etwas spätere Datierung ins Auge fasst.

139 Zur literaturgeschichtlichen und rechtsgeschichtlichen (bezogen auf das kanonische Recht) Einordnung dieser Texte siehe Konzilssynopse (2013) 15–24.

140 Ebenda 58–60.

141 Fischer (1884) 282–294 (in app. crit.); nach dem Cod. Vindob. theol. gr. 40, 266v–269v (vgl. Hunger / Kresten [1976] 78), der in dieser Handschrift (aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts) bis Kosmas I. Hierosolymites (1075–1081) reicht.

142 Eigentlich kennt die hagiographische Überlieferung zwei Heilige namens Hadrian: BHG 26 und 27; vgl. S. Salaville, in: DHGE I (1912) 608–610; Syn. (Delehaye 1902) 923,32–926,17: Adrianos und Natalia (seine Frau) u. a. unter Maximian in Nikomedeia hingerichtet; ebenda 926,8–17: ein frommer Mann namens Eusebios habe dann die Reliquien nach Argyropolis (πλησίον τοῦ Βυζαντίου. … Τελεῖται δὲ ἡ αὐτῶν σύναξις ἐν τῷ ἁγιωτάτῳ αὐτῶν μαρτυρείῳ πέραν ἐν Ἀργυροπόλει) gebracht. Vgl. auch AASS September 3, 218–230 (zum 8. September); nachdem Adrianos längst hingerichtet worden war (Arme und Beine abgeschnitten), wurden seine Reliquien von Natalia eingesammelt; der fromme Eusebios rettet die anderen Überreste nach Byzantion (AASS September 3, 228C–229A); Natalia flieht mit einem Schiff nach Byzantion bzw. Argyropolis (ebenda 229A, 230A/B), nachdem ein Traumgesicht ihr dies befahl, damit sie bei den Heiligen ruhen möge. Siehe auch unten bei den Anm. 163–164, 173 und 187 zum Auftauchen von Adrianos und Natalia in den Menologien bzw. Synaxarien.

143 Siehe schon oben bei Anm. 9.

144 Zu Sykai, der ursprüngliche Name von Galata, siehe C. Mango, in: ODB 815 f.; Külzer 2008, 664 f.

145 Diese Eirenenkirche (an der Stelle der heutigen Arap Camii) wurde 551 geweiht. Siehe Mango wie in der vorhergehenden Anm.; Janin (1969) 108 f. (berücksichtigt die Andreaslegende); Theoph. (de Boor 1883) 228,6–11; siehe auch Theoph. (Mango / Scott 1997) 333 und die da gegebenen Verweise auf Prokop (de aedificiis) und Ioannes Malalas (Chronographia); Külzer (2008) 665.

146 Stadtviertel am westlichen Teil des Goldenen Horns; siehe Janin (1964) 407 f.

147 Janin (1969) 127–129. Diese Kirche ist erst nach der Mitte des 9. Jahrhunderts belegt! Basileios I. förderte sie besonders.

148 Zu den Festen dieser Kirche siehe Janin (1969) 128.

149 All diese chronologischen Angaben sind obsolet.

150 Konzilssynopse (2013) 58,10–60,31: Ἀνδρέας ὁ πρωτόκλητος ἀπόστολος ἐν τῷ διαπλέειν τὴν Ποντικὴν θάλασσαν παραγενόμενος ἐν τῷ Βυζαντίῳ καὶ κηρύξας ἐν αὐτῷ τὸν σωτήριον λόγον, ἐκκλησίαν τέ πιστῶν συστησάμενος καὶ οἶκον εὐκτήριον ἐδομήσατο ἐν τοῖς Θρᾳκῴοις μέρεσι, πέραν τῆς πόλεως ἐν τόπῳ λεγομένῳ Ἀργυροπόλει (ἔνθα κατετέθη ὕστερον τὸ ἅγιον λείψανον τοῦ ἁγίου μάρτυρος Ἀδριανοῦ), χειροτονεῖ ἐν αὐτῷ πρῶτον ἐπίσκοπον ἕνα τῶν οʹ μαθητῶν τοῦ Κυρίου, Στάχυν, ὃς καὶ ἐποίμανε τὸν λαὸν ἕτη ιϛʹ, Ὀνήσιμος ἔτη ιδʹ, Πολύκαρπος ἕτη ιηʹ, Πλούταρχος ἕτη ιϛʹ, Σεδεκίων ἕτη θʹ, Διογένης ἕτη ιεʹ, Ἐλευθέριος ἕτη ιζʹ, Φίλιξ ἕτη εʹ, Πολύκαρπος ἄλλος ἕτη ιζʹ, Ἀθηνόδωρος ἕτη δʹ (οὗτος ἕτερον οἶκον ἐν τῇ τοποθεσίᾳ τῇ λεγομένῃ Ἐλαίᾳ ἀνήγειρεν), Εὐζώιος ἔτη ϛʹ, Λαυρέντιος ιαʹ, Ἀλύπιος ιγʹ, Περτίναξ ιθʹ (οὗτος ὕπατος μὲν γεγονὼς τῆς ἐν Ῥώμῃ συγκλήτου, πιστεύσας δὲ καὶ ἐπίσκοπος καταστὰς Βυζαντίου, ἕτερον οἶκον ἀνέγειρεν ἐγγυτέρω τῆς πόλεως ἐν τόπῳ παραθαλασσίῳ λεγομένῳ Συκαί, Εἰρήνην τόν ναὸν προσαγορεύσας), Ὀλυμπιανὸς ἔτη ιαʹ, Μάρκος ιγʹ, Κυριλλιανὸς ιϛʹ, Καστῖνος ἔτη ζʹ (οὕτος ἐν αὐτῷ τῷ Βυζαντίῳ ἐν τῇ τοποθεσίᾳ τοῦ Πετρίου εὐκτήριον οἶκον τῆς ἁγίας μάρτυρος Εὐφημίας τῆς πανευφήμου ἀνεγείρας κατ’ ἐκεῖνον τὸν καιρὸν μαρτυρησάσης, καὶ ἐν αὐτῷ τὰς συνάξεις ἐπιτελῶν τὸν τῆς πίστεως λόγον ἐκήρυττε), Τῖτος ἔτη λϛʹ, Δομέτιος ἀδελφὸς Προβοῦ τοῦ βασιλέως ἔτη κδʹ, Πρόβος υἱὸς Δομετίου ἔτη ιβʹ, Μετροφάνης ὁ ἀδελφὸς Πρόβου ἔτη ιʹ (τούτου τῷ ζʹ ἔτει ὁ ἐν ἁγίοις μέγας βασιλεὺς Κωνσταντῖνος ἐπεδήμησε τῇ πόλει, καὶ μετὰ τὴν ἐπιδημίαν τοῦ βασιλέως ἔζησεν ἔτη ἕτερα τρία).

151 Niketas, Laudatio (Bonnet 1894); BHG 100; CANT 228; Mango (2002) 225; basiert weitgehend auf Epiphanius, Vita Andr. (Kahl 1989).

152 Syn. (Delehaye 1902); dazu siehe bes. Luzzi (1995); Luzzi (1999); Luzzi (2007).

153 PG 117, 20–613; vgl. N. P. Ševčenko, in: ODB 1341 f.

154 Mateos I/II (1962/1963); Dimitrievskij (1895) 1–163; vgl. Onasch (1981) 370 f.; Delehaye (1977).

155 Siehe den Überblick bei Brubaker / Haldon (2001) 204–206 (mit weiterer Literatur); Beck (1959) 246–253; R. F. T. Taft / N. P. Ševčenko, in: ODB 1991; N. P. Ševčenko, in: ODB 1341.

156 Dvornik (1958) 257 ff.

157 Siehe das Euchologion des Cod. Barb. 336; Parenti / Velkovska (2000) 19 f. zur Datierung. In einem Gebet zur ἀδελφοποίησις wird Petrus’ und Andreas’, seines Bruders, gedacht (a. a. O. 199).

158 Das ist die in den diversen Bischofslisten (zu diesen gleich bei den Anm. 194 ff.) übliche Zahl.

159 Syn. (Delehaye 1902) 177,4–11: Μνήμη τῶν ἁγίων ἀποστόλων Στάχυος, Ἀμπλία, Οὐρναβοῦ καὶ τῶν λοιπῶν. Ὁ ἅγιος ἀπόστολος Στάχυς ἐπίσκοπος προχειρίζεται Βυζαντίου παρὰ Ἀνδρέου τοῦ ἁγιωτάτου ἀποστόλου, κτίσαντος ἐκκλησίαν πέραν ἐν Ἀργυροπόλει, ἐν ᾗ καὶ συνηθροίζοντο χριστιανοὶ τὸν ἀριθμὸν δισχίλιοι· καὶ διδάσκων αὐτοὺς ἐκράτησεν ἐπὶ ἔτη ις´ καὶ ἐκοιμήθη ἐν εἰρήνη.

160 Hier (Syn. [Delehaye 1902], 265,11–266,16) wird Byzantion nicht erwähnt.

161 Syn. (Delehaye 1902) 265,57–58: … · εἶτα διαπλεύσας πρὸς Βύζαντιον καὶ τὸν Στάχυν ἐπίσκοπον χειροτονήσας καὶ τὰς λοίπας χώρας διελθὼν …; vgl. auch Flamion (1911) 238 ff.

162 Syn. (Delehaye 1902) 785,18–20: Στάχυς, ὅν καὶ Ἀνδρέας ὁ ἀπόστολος, τὴν Ποντικὴν διαπλέων θάλασσαν, ἐν Ἀργυροπόλει τῆς Θρᾴκης ἐπίσκοπον τοῦ Βυζαντίου κατέστησεν.

163 Syn. (Delehaye 1902) 923,32–926,17; vgl. auch AASS September 5, 218–230; BHG 27.

164 Zu einer (angeblichen) Adrianos-Kirche in Argyropolis siehe auch Janin (1969) 9.

165 Syn. (Delehaye 1902) 926,18–43; vgl. AASS August 5, 810 f.; BHG 26.

166 Zu diesem fiktiven Bischof siehe oben bei Anm. 10 ff. und 148 ff.

167 Syn. (Delehaye 1902) 926,36–43.

168 Dvornik (1958) 258; Flamion (1911) 238–241.

169 Syn. (Delehaye 1902) 727,20 f.; vgl. Winkelmann (1969) 68.

170 Syn. (Delehaye 1902) 728,17–25. Vgl. z. B. die Bischofsliste bei Fischer (1884) 284.

171 Siehe dazu eben bei Anm. 169; Vita des Metrophanes (BHG 1278y), in: Latyšev (1912) 12–15, bes. 12; vgl. Winkelmann (1966) 68.

172 Vita des Dorotheos von Tyros (BHG 2115), in: Latyšev (1912) 18 f. Dieser Text basiert eindeutig auf Ps.-Dorotheos (Schermann 1907) 132–134. Siehe zu ihm oben bei Anm. 122 ff.

173 Martyrium der Natalia und des Adrianos in Nikomedeia unter Maximinian (BHG 28a), in: Latyšev (1912) 319–325, bes. 325. Vgl. eben bei Anm. 142 und 163–164.

174 Logos auf die 12 Apostel (BHG 160e), in: Latyšev (1912) 122–124, bes. 123.

175 So z. B. auch bei Ps.-Nikephoros (de Boor 1880) 112.

176 PG 117, 136D–137A.

177 PG 117, 185A/B; vgl. Dvornik (1958) 259.

178 Siehe dazu R. F. Taft und A. Kazhdan, in: ODB 2132 f.; Edition: Mateos I–II (1962/1963).

179 Mateos I (1962) 84.

180 Ebenda 116/118.

181 Ebenda 304.

182 Ebenda 384.

183 Dimitrievskij (1895) 1–163.

184 Ebenda 27 f.

185 Vgl. u. a. Ps.-Nikephoros (de Boor 1880) 113 f. oder Ps.-Dorotheos (Schermann 1907) 150 f. Zu diesen Listen siehe gleich bei den Anm. 194 ff.

186 Dimitrievskij (1895) 77.

187 Ebenda 109.

188 Zur Geschichte des Klosters siehe A. M. Talbot / A. Cutler, in: ODB 740 f.; Janin (1969) 178–183 und die jeweils angegebenen Quellen und Literatur.

189 Jordan (2000) = Dimitrievskij (1895) 265–614.

190 Jordan (2000) 158.

191 Jordan (2000) 246.

192 Dvornik (1958) 254.

193 So Ch. Konstantinidis, La fête de l’apôtre André dans l’église de Constantinople à l’époque byzantine et aux temps modernes, in: Mélanges en l’honneur de Mgr. M. Andrieu, Strasbourg 1956, 243–261 (non vidi – zit. nach Dvornik [1958] 254 Anm. 94); siehe auch Horologion (1967) 238 (Stachys am 31. Oktober), 260 (Andreas am 30. November); Donadeo (1991) 169–173; Überblick über die Stachys-Verehrung in AASS Oktober 13, 694F–695D.

194 Siehe (u. a.) Ps.-Nikephoros (de Boor 1880) 112–132; PG 119, 909C–924C; Fischer (1884); Beneševič (1987) 231–236; Beneševič (1926/1927) 98–102.

195 Man vgl. die Register des RHBR I–II.

196 Siehe z. B. das Chronographeion syntomon (Schoene 1875) 79; Fischer (1884) 266 f.; weitere Angaben bei Winkelmann (1966) 50.

197 Chronicon Paschale (Dindorf 1832) 522,17 f.: Τῆς ἐν τῷ Βυζαντίῳ ἐκκλησίας ἡγεῖται πρῶτος Μητροφάνης ἔτη ι΄; vgl. auch Chronicon Paschale (Whitby / Whitby 1989) 10; Dvornik (1958) 156 f.

198 Siehe dazu schon Vailhé (1907) 288; Harnack (1924) 627, 791; Schermann (1907) 188 f.

199 Siehe schon Harnack (1924) 627, 791; Vailhé (1907); Dvornik (1958) 260; Winkelmann (1966) 51.

200 Kedren (Bekker 1838) 477,3 f.: Τῷ θʹ ἔτει τῆς βασιλείας Κωνσταντίνου Μητροφάνης ἐπίσκοπος Βυζαντίου δʹ γέγονε. Siehe noch ebenda 449,8 f. (Philadelphos) und 451,3 f. (Eugenios). Text wie in der folgenden Anm.

201 Tertullian, Ad Scapulam (Dekkers 1954), hier 1129,29 (Kap. III,4) – Christen in Byzantion; nach Vailhé (1907) 288 zum Jahr 212; Hippolyt, Refutatio (Marcovich 1986) 318 f. (Kap. VII,35) – zum Häretiker Theodotos, der aus Byzantion kam, was beweist, dass es da eine christliche Gemeinde gegeben haben muss. Vgl. u. a. Vailhé (1907) 288 – ca. 190, unter Papst Victor I.; dazu siehe auch Epiphanius, Panarion (Holl /Dummer 1980) 117317,12 f. (Kap. 54,1,3); Pseudo-Symeon (ed. A. Banduri, Imperium orientale, II, Paris 1711, 888 [non vidi]) erwähnt Philadelphos (z. Z. des Caracalla [211–217]); er habe 3 Jahre als »erster« Bischof amtiert; davor gab es 8 Jahre einen Presbyter als Leiter der Gemeinde; dann Eugenios (zum dritten Jahr des Gordian III. [238–244]), der 25 Jahre lang amtiert haben soll; dann Rufin (unter Numerian [284]) – 9 Jahre; vgl. u. a. Vailhé (1907) 293 f.; Schermann (1907) 188 f.; Winkelmann (1966) 51; siehe aber Pseudo-Symeon (Markopoulos 1978), der die fraglichen Stellen nach dem Cod. Paris. gr. 1712 edierte (zur Handschrift siehe a. a. O. 30–38): 109: f. 80r: … Ἐπὶ τούτου (= Caracalla) πρῶτος ἐπίσκοπος Βυζαντίου κατέστη Φιλάδελφος ἔτη γ´. Πρίν γὰρ πρεσβύτερος προΐστατο τῆς ἐκκλησίας ἐπὶ ἔτη κ´ καὶ προσεπίσκοπος τοῦ Βυζαντίου διὰ τὸ μή εἶναι ἐπίσκοπος; f. 81r: … Ἐπὶ τούτου ὁ ἅγιος Βαβύλας ἐπίσκοπος ἐκκλησίας Ἀντιοχεῖας ἦν. Τὸ δὲ τρίτον ἔτος Γορδιανοῦ δεύτερος ἐπίσκοπος Βυζαντίου γέγονεν Εὐγένιος ἔτη κε´; f. 82: Τῆς δὲ ἐν Βυζαντίῳ προΐστατο ἐκκλησίας Ρουφῖνος ἔτη θ´.

202 Siehe oben bei Anm. 152 ff.

203 Siehe bes. Dvornik (1958), bes. 265 ff.

204 Gordillo (1940) (Text: S. 11–17); dazu siehe aber Jugie (1948).

205 Hergenröther III (1869) 170–172; Dölger (1953) 112–114. Ich übergehe die Stellungnahmen weiterer Gelehrter.

206 Dvornik (1958) 245–247; Dvornik (1948) 126 mit Anm. 3; Gordillo (1940).

207 Dvornik (1958) 245.

208 Beck (1959) 522 mit weiteren Hinweisen auf die verschiedenen Positionen; siehe auch Gahbauer (1993) 153; Kolbaba (2000) 181.

209 Kahl (1989) 48–55.

210 Gordillo (1940) 11,16–19: … ἔτι, εἰ διὰ Πέτρον ἡ Ῥώμη ζητεῖ τὸ πρωτεύειν, διʼ Ἀνδρέαν τὸν πρωτό κλητον καὶ γενέσει πρότερον ἀδελφὸν τὸ Βυζάντιον πρῶτον∙ οὐκ ὀλίγοις ἔτεσι τοῦ Βυζαντίου τὴν ἐπισκοπὴν ἔφθασε προλαβὼν, πρινὴ τὸν ἀδελφὸν ῥωμαίων μετὰ τὴν Ἀντιόχειαν ἐπισκοπῆσαι.

211 Neilos Doxopatres (Parthey 1866).

212 Troianos (2011) 346.

213 Houben (1997) 96 und 108; siehe schon Caspar (1904) 346–354.

214 Siehe nur Canart (2008), bes. 400 f.; Caruso (1973) und (1986/1987); Neirynck (2009), (2010), (2011); Beck (1959) 619–621; Laurent (1937); de Vos (2011); Gahbauer (1993) 194–199; Dvornik (1958) 287 ff.; Brandes (2014) 191 mit Anm. 366 u. v. a. m.

215 Gahbauer wie in der vorhergehenden Anm.

216 Neilos Doxopatres 292 (Parthey 1866): … ἐπεὶ καὶ ὁ Κωνσταντινουπόλεως ἔλαβε τὰ τῆς Ῥώμης προνόμια, εἰκότως καὶ οὗτος δύναται δικάζειν τοὺς προειρημένους τρεῖς πατριάρχας.

217 Siehe die Nachweise bei Brandes (2014) 190 f.; z. B. Notitiae episcopatuum (Darrouzès 1981) Nr. 4 (vor 869 entstanden), 265,34–36: Εἰσὶ δὲ καὶ οἱ ἀποσπασθέντες ἐκ τῆς ῥωμαϊκῆς διοικήσεως νῦν δὲ τελοῦντες ὑπὸ τὸν θρόνον Κωνσταντινουπόλεως, προστεθέντες τῇ συνόδῳ Κωνσταντινουπόλεως διὰ τὸ ὑπὸ τῶν ἐθνῶν κατέχεσθαι τὸν πάπαν τῆς πρεσβυτέρας Ῥώμης. Auch, um noch ein Beispiel zu nennen, Konstantin VII. Porphyrogennetos vertrat diese Sicht in seiner Schrift De thematibus (Pertusi 1952) 94 (10,1–5).

218 Neilos Doxopatres 296 f. (Parthey 1866): Νῦν οὖν κατέχει ὁ θεοφρούρη τος θρόνος Κωνσταντινουπόλεως, ὃν ὁ πρωτόκλητος Ἀνδρέας ἐνίδρυσε πρῶτος ἐπίσκοπον ἐν αὐτῷ κατα στήσας τῆς πόλεως ἔτι Βυζαντίου οὔσης, …

219 Vgl. insgesamt Dvornik (1958) 287 f.

220 Siehe zu ihm besonders Gahbauer (1993) 189–192; Gahbauer (1975); Beck (1959) 617 f.; A. Kazhdan, in: ODB 1865; F. Gahbauer, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon IX (1995) 1352–1354 (ausführliche Bibliographie).

221 Siehe die Zusammenfassung bei Gahbauer (1993) 190–192.

222 Niketas Seides (Gahbauer 1975) 73 f.; dazu die kommentierenden Anmerkungen von Gahbauer (1975) 220 ff.

223 PG 119, 932C/D; vgl. Dvornik (1958) 286; Beck (1959); Troianos (2011) 346; Pitsakis (2006).

224 Heisenberg (1923) 24,13–17; vgl. schon Dvornik (1958) 290–293; Beck (1959) 666 f.

225 Heisenberg (1908) 134; vgl. u. a. Baseu-Barabas (1992), bes. 26 f.

226 Siehe Kolbaba (2000); Beck (1959), passim.

227 Siehe auch Brandes / Leppin (2011).

228 Siehe oben bei Anm. 31.

229 Dazu ausführlicher Brandes (2014) 187–201.

230 Brandes (2014) 190.

231 Brandes (2014).

232 Brandes (2014) 189; siehe auch den Überblick von V. D’Alessandro, in: LexMa VIII (1997) 381 f. (Syrakus) und N. Kamp, in: LexMa VII (1995) 570 f. (Reggio di Calabria) und die jeweils angegebene Literatur.

233 Ebenda; Cracco Ruggini (1992) 41 f.; Brandes (2005) 201; D. Girgensohn, in: LexMa II (1983) 1572 (Erzbistum erst Mitte 9. Jahrhundert).

234 Acconchia Longo (2003) 180, 202–205; Acconchia Longo (1990) (in: Acconcia Longo [2003] [danach zitiert]) 64–73; Lanzoni (1927), bes. 337 f. und 615–623; Morini (1982); Pricoco (1992), bes. 265 f.; Brandes (2014) 189 ff.; Re (2011) 240.

235 Siehe die AASS Mai 2, 772–788 (BHG 57–62) (Märtyrer unter Licinius; Vita geschrieben 2. Hälfte 8. / Anfang 9. Jahrhundert); siehe H. Quentin, in: DHGE II (1914) 676; Mateos I (1962) 50; Lanzoni (1927) 629 ff.

236 Dazu ausführlich Brandes (2005), passim; zu Pankratios siehe schon Schermann (1907) 344.

237 BHG 1410; die ungedruckte Edition von Cynthia Stallman † (Dissertation in Oxford 1986, bei C. Mango) ist mir nicht zugänglich (siehe aber Stallman [1990a] und [1990b]). Ich benutze stattdessen die (alte) Ausgabe von Veselovskij (1886) 65–128 und priloženie 69–78 und die Teileditionen von Angiò (1997) und (1998); Acconcia Longo (2001); vgl. auch Van Esbroeck / Zanetti (1988).

238 Amore (1958).

239 Siehe auch das Enkomion auf Markianos (AASS Juni 2, 788 ff.; BHG 1030); an sich ein Märtyrer des 3. Jahrhunderts. Siehe noch Mateos I (1962) 83; Lanzoni (1927) 632 ff., bes. 636 ff. – danach ist das genannte Enkomion auf Markianos ins ausgehende Ende 8. Jahrhundert zu datieren.

240 Zu Bachilus siehe BHL 6657–6662 (apokryphe Petrus- und Pauluslegende, die von Pseudo-Euagrios, Pankratiosvita abhängt); vgl. Lanzoni (1927) 614–616.

241 Nicht in den einschlägigen Apostellisten verzeichnet – siehe Schermann (1907).

242 F. Bonnard, in: DHGE VIII (1935) 1137; Mateos I (1962) 252; Lanzoni (1927) 624 ff.; Brandes (2005) 201; Cracco Ruggini (1992) 41 f.

243 Siehe die metaphrastische Vita des Stephanos (BHG 1668; PG 115, 317A); Syn. (Delehaye 1902) 800; vgl. Lanzoni (1927) 337 f.; ausführlich dazu Martin (1998) 481–491; Brandes (2014) 189 f.

244 Siehe S. Fodale, in: LexMa VI (1993) 1637–1640 und die dort angegebene Literatur.

245 Siehe die Vita des Philippus (BHG 1531, ins Latein. übersetzt BHL 6819; AASS Mai 3, 1*–6*); siehe Lanzoni (1927) 645 f. Die neuere Edition der Vita durch C. Pasini (Vita di S. Filippo d’Agira attribuita al monaco Eusebio, Rom 1981) ist mir momentan nicht zugänglich. Siehe aber Pasini (1999); Re (2011) 233 f.

246 Passio S. Apollinaris BHL 623–630; vgl. M. Bodet, in: DHGE III (1924) 957–959, bes. 958; Mateos I (1962) 348. Siehe auch Ewig (1979) 65.

247 Zu diesem Text siehe Goffart (1986) bes. 71; Goffart (1988) 373 ff.; Sot (2000); Elling (2010) (jeweils mit der älteren Literatur); siehe schon Lanzoni (1927) 307 f.

248 Clemens, einer der 70 Jünger (siehe Schermann [1907b] 340; erwähnt in Phil. 4,3), wird eigentlich sonst als Nachfolger des Linus als Bischof von Rom gezählt. Doch scheint hier eine homonyme Person gemeint zu sein.

249 Liber de episc. Mettens. (Pertz 1829) 261,15–21; siehe auch Ewig (1979) 67, der auch auf die angeblichen apostolischen Ursprünge von Trier verweist, die wohl auch erst im ausgehenden 8. Jahrhundert manifest wurden.

250 Zur Kirchengeschichte von Ravenna siehe A. Vasina, in: LexMa VII (1992) 481–484 und die da angegebene Literatur.

251 Zur Kirchengeschichte von Aquileia siehe H. Schmidinger, in: LexMa I (1980) 827 f. und die da genannte Literatur. Aquilea beanspruchte bereits in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts einen apostolischen Ursprung – Ewig 1979, 65.

252 Liber de episc. Mettens. 261,11–15 (Pertz); vgl. Sot 2000, 532.

253 K. Fehn, in: LexMa II (1983) 693 f.

254 Siehe Schermann (1907).

255 Schermann (1907) 341.

256 Ps.-Dorotheos (Schermann 1907) 135,17–136,2.

257 AASS September 7, 21–22; BHL 416; vgl. Lanzoni (1927) 996 ff., 1009 ff.; zur Kirchengeschichte Mailands siehe den Überblick von A. Ambrosioni, in: LexMa VI (1993) 113–117; siehe auch Ewig (1979) 65.

258 Engels (1980); R. Plötz, in: LexMa V (1991) 253 f.

259 Aus der umfangreichen Literatur siehe bes. Laurent (1963); Oikonomidès (1996); Kresten (1977); Belke (1996); Kislinger (2001); Dölger / Müller (2009) Nr. 365; Turley (1999).

260 PmbZ 5252.

261 Siehe auch Lamberz (2004) 46 f. Anm. 177; Brandes (2014) 189 f.

262 DAI (Moravcsik / Jenkins 1967) 228–232 (Kap. 49); siehe auch die kommentierte deutsche Übersetzung von Belke / Soustal (1995) 232–237.

263 Die Urkunde Nikephoros’ I. wurde mehrfach erneuert. Alle Details in der in Anm. 258 aufgeführten Literatur.

264 Übersetzung von Belke / Soustal (1995) 236 mit Anm. 514 (kommentierende Anmerkung).

265 Dazu jetzt E. Rizos, in: RAC Lfg. 210 (2015) 77–79.

266 ACO II,3 / 1, 122,14–124,8 (Lamberz); vgl. zu diesem Brief die bei Brandes (2014) 138 f. angegebene Literatur.

267 Fried (2001); Fried (2013) 471 f.

268 Vgl. auch Brandes (1997).

269 Trotz aller tatsächlichen oder vermeintlichen Verachtung für die westlichen Barbaren und allen Konflikten im Kontext des so oft in der wissenschaftlichen Literatur behandelten »Zweikaiserproblems« war die byzantinische Politik stets realistisch!